Autodesk-Aktion Maintenance to Subscription

21. März 2017 AUTODESK AEC/BIM AUTODESK Mechanik

Welche Nutzer betreffen die Änderungen und welche Handlungsoptionen bestehen?
Beginnend mit März 2017 haben Autodesk-Kunden eine E-Mail mit wichtigen Neuerungen unter dem Stichwort „Übergang zu einem vereinheitlichten Geschäftsmodell“ erhalten. Wir haben uns genauer angeschaut, welche Änderungen hier enthalten sind und zeigen Handlungsoptionen für verschiedene Ausgangsbedingungen auf.

Was ändert sich (nicht)?
Autodesk strebt mit den nun veröffentlichten Änderungen einen weiteren Schritt hin zur Umstellung auf ein Abonnement-Lizenzmodell an. Nach dem Ende des Verkaufs von Dauerlizenzen im vergangenen Jahr soll das Geschäftsmodell von Kauf- und Mietlizenzen schrittweise vereinheitlicht werden. Bestandskunden mit Wartungsvertrag (Maintenance) behalten trotzdem die Wahl, wie sie in Zukunft Autodesk-Software beziehen wollen, denn folgende Dinge ändern sich nicht:

  • Ohne Änderungen können Kauflizenzen (Perpetual-Lizenzen) weiterhin unbeschränkt genutzt werden
  • Wartungsverträge für Kauflizenzen sind weiterhin gültig und können auch in Zukunft verlängert werden

Die kommunizierten Änderungen beinhalten daher drei wesentliche Punkte:

  • Seit 20.02.2017 gibt es keine mehrjährigen Wartungsverträge mit Verlängerung (Maintenance Renewals) mehr. Kunden können ihre Wartungsverträge für Dauerlizenzen weiterhin jährlich verlängern.
  • Preise für die Wartung von Kauflizenzen steigen in 3 Stufen ab dem 07.05.2017. Im Mai diesen Jahres verteuert sich die Wartung um 5 %, im Mai 2018 um 10 % und im Mai 2019 um weitere 20 %.
  • Ab Juni 2017 gibt es ein Wechselangebot für Kunden, um mit Kauflizenzen auf Abonnements umzustellen. Bei einem Wechsel erhalten Kunden für 3 Jahre einen bis zu 60 % rabattierten Preis und in den Folgejahren einen Vorzugspreis für ein Abonnement. Dabei sind ebenfalls Wechsel von Einzelprodukten (z. B. AutoCAD) und Suiten (z. B. Product Design Suite) hin zu Industry Collections (z. B. Product Design Collection) möglich.

Wen betrifft die Aktion Maintenance to Subscription?

Interessant sind diese Informationen ausschließlich für Autodesk-Kunden mit Kauflizenzen (Perpetuals) und bestehendem Wartungsvertrag (Maintenance). Dabei werden die Auswirkungen nur bei der anstehenden nächsten Verlängerung relevant. Wer im vergangenen Jahr einen mehrjährigen Wartungsvertrag abgeschlossen hat, braucht bis zur nächsten anstehenden Verlängerung nicht aktiv zu werden.

Für Kunden, deren Wartungsvertrag in diesem Jahr abläuft, ergeben sich, wie in unserer Grafik zusammengefasst, je nach Ablaufdatum unterschiedliche Handlungsoptionen.

Maintenance to Subscription Zeitplan Autodesk

Maintenance-to-Subscription-Zeitplan-Autodesk

Für alle Kunden, deren Wartungsvertrag vor Juni 2017 ausläuft, haben zwei Optionen:

  • Option 1: Sie können ihren Wartungsvertrag um ein Jahr verlängern und bei der folgenden Verlängerung wechseln. Kunden, deren Wartungsvertrag zwischen Mai und Juni fällig wird, empfehlen wir dabei ein Early-Renewal. Sofern der Wartungsvertrag vor dem 07.05.2017 verlängert wird, kann die angekündigte Preiserhöhung von 5% umgangen werden.
  • Option 2: Sie schließen einen Interims-Wartungsvertrag bis zum Start des Wechselmodells ab und treten dann in das Abonnement-Modell über.

Für Kunden deren Wartungsvertrag ab Juni 2017 ausläuft, ist der Wechsel in das Abonnement-Modell (Mietlizenz) mit Ablauf ihres bisherigen Vertrags sofort möglich. Nehmen Sie bei Fragen hierzu gern Kontakt mit uns auf.

Welche Möglichkeiten gibt es bei einem Wechsel von Maintenance to Subscription?

Kunden, deren Wartungsvertrag für eine bestehende Perpetual-Lizenz im Juni ausläuft, stehen vor der Wahl, auf ein Abonnement zu wechseln. Grundsätzlich gilt dabei, dass bei einem Wechsel für jede Mietlizenz eine Kauflizenz eingetauscht werden muss. Damit können einzelne Seats auch schrittweise umgestellt werden, um das neue Modell für sich zu testen.

Neben der Nutzung der bestehenden Vorteile der Mietlizenzen bietet die Wechseloption zusätzlich die Möglichkeit, den Funktionsumfang seiner Lizenzen zu erweitern. Darüber hinaus haben Mietlizenzen ab sofort die Vorteiles des Advanced-Supports enthalten. Kunden mit Einzelprodukten können nicht nur zum gleichen Produkt als Mietlizenz wechseln, sondern haben ebenso die Möglichkeit, diese in eine Industry Collection zu wandeln. Für Nutzer der Design und Creation Suiten bietet sich ebenso ein Wechsel zu den Industry Collections an. Einzig für Kunden der LT-Familie gibt es Einschränkungen im Wandel ihrer Lizenzen, die wir in der untenstehenden Grafik zusammengefasst haben. Trotz aller eingeräumter Flexibilität können Rechnungstyp (Auto-Renew vs. kein Auto-Renew) und Zugangstyp (Single-User vs. Multi-User) nicht angepasst werden. Darüber hinaus kann das Wechselangebot nur bei Abschluss einer einjährigen oder mehrjährigen Mietlizenz wahrgenommen werden. Monatliche oder quartalsweise Mietlizenzen sind damit ausgeschlossen.

Maintenance to Subscription Wechseloptionen Wartungskunden Autodesk

Wechselsoptionen für Autodesk-Aktion: Maintenance to Subscription

Obwohl die permanente Nutzung der aktuellen Version zu den Vorteilen des Abonnement-Modells gehört, können Kunden weiterhin verschiedene Vorgängerversionen nutzen. Aktuell werden in der Regel zu allen Programmen Versionen bis zu Release 2014 angeboten. Eine detaillierte Auflistung findet sich im Autodesk Knowledge Network.

Lohnt sich ein Wechsel?
Neben den funktionellen Vorteilen sind für jeden Nutzer natürlich auch die preislichen Auswirkungen interessant. Wir haben uns diese auf Basis der aktuellen Informationen berechnet. Beispielhaft haben wir uns dafür das am weitesten verbreitete Autodesk Produkt – AutoCAD hergenommen. Die Preismechanismen wirken jedoch für alle Produkte gleichermaßen.

Teil der kommunizierten Informationen ist eine schrittweise Preiserhöhung der Wartungsverträge für Kauflizenzen. Gleichzeitig besteht die Option, ab Juni 2017 in eine Mietlizenz mit großem Preisvorteil zu wechseln, welcher jedoch von Jahr zu Jahr um 5 % abschmilzt. Wir haben daher vier mögliche Strategien miteinander verglichen:

  1. Sofortiger Wechsel zu einer Mietlizenz
  2. Wechsel zu einer Mietlizenz nach einem Jahr
  3. Wechsel zu einer Mietlizenz nach zwei Jahren
  4. Kein Wechsel – Festhalten an Wartungsvertag der Kauflizenz

Betrachtet man die Gesamtkosten über einen Zeitraum von 3 Jahren, ist der sofortige Wechsel in das Mietmodell preislich die beste Option. Der Aktionspreis, den der Kunde bei seinem Wechsel zu einer Mietlizenz erhält, wird für die kommenden 3 Jahre festgeschrieben. Dabei ist es unerheblich, ob er eine Drei-Jahresmiete oder drei Ein-Jahresmieten beauftragt. Wichtig ist nur, dass der Vertrag lückenlos verlängert wird. Da dieser Wechselbonus jährlich um 5 % abschmilzt, lohnt sich der zeitige Wechsel, wie unten dargestellt. Im Vergleich zum Festhalten an den bestehenden Wartungsverträgen ergibt sich ein Preisvorteil von 14 %.

Maintenance to Subscription Preisentwicklung 3 Jahre Autodesk AutoCAD

Preisvergleich für Autodesk-Aktion: Maintenance to Subscription am Beispiel von AutoCAD

Natürlich stellen sich Nutzer die Frage, wie genau sich die Preise nach Ablauf des dreijährigen Aktionspreises entwickeln werden. Autodesk plant hier, Kunden der Wechselaktion im Anschluss einen Vorzugspreis anzubieten. Wer also einmal eine Kauflizenz besessen hat und diese gegen eine Mietlizenz eingetauscht hat, soll dauerhaft einen Preis bekommen, der deutlich unter dem Preis einer normalen Mietlizenz liegt. Allerdings wird dieser Preis über dem Aktionspreis des Wechselangebots liegen. Obwohl es hierzu noch keine offizielle Kommunikation gibt, soll der dauerhafte Vorzugspreis für Wechselkunden nach Ablauf der 3 Jahre in etwa 15 % über den Kosten des jeweiligen Wartungsvertrags aus 2017 liegen. Bezogen auf unser AutoCAD-Beispiel wäre das immer noch eine dauerhafte Vergünstigung von über 40 % bezogen auf den normalen Mietpreis. An der Kernaussage zu den möglichen Handlungsoptionen ändert dies jedoch nichts – wer schnell wechselt hat auch über einen Kostenhorizont von 5 Jahren den größten Preisvorteil.

Maintenance to Subscription Preisentwicklung 5 Jahre Autodesk AutoCAD

Preisvergleich für Autodesk-Aktion: Maintenance to Subscription am Beispiel von AutoCAD

Bewertung und Ausblick
Mit dem Wechselangebot lässt Autodesk seinen Kunden weiterhin grundsätzlich die Wahl, ob sie mit Kauf- oder Mietlizenzen arbeiten wollen. Die gebotene Transparenz über Preisentwicklungen in den kommenden drei Jahren ermöglicht es Kunden, selbständig Vor- und Nachteile abzuwägen. Positiv ist, dass wie bereits von uns gefordert jetzt auch Kunden mit Wartungsverträgen die Vorteile der Industry Collections nutzen können. Neben den Preisvorteilen für Kunden, die bereits im ersten Jahr wechseln, können Kunden, die von einem Einzelprodukte auf eine Industry Collection migrieren, am meisten von der Aktion profitieren. Konkrete Preise hierfür sind aktuell noch nicht veröffentlicht, werden aber von uns zeitnah hier bekannt gegeben.

Für Kunden, deren Wartungsvertrag vor Juni 2017 ausläuft, empfiehlt es sich, diesen vor der Preiserhöhung am 07.05.2017 um ein Jahr zu verlängern und dann im kommenden Jahr zum Mietmodell zu wechseln. Ob es hier, ebenso wie für Kunden mit bestehenden Mehrjahreswartungsverträgen, doch noch Wechseloptionen ab Juni geben wird, ist aktuell nicht bekannt. In jedem Fall empfehlen wir allen Wartungskunden, diese fristgerecht zu verlängern, um nicht gänzlich aus dem Modell rauszufallen und im Zweifel zum Normalpreis eine neue Miete abschließen zu müssen. Wer grundsätzlich von den Vorteilen des Mietmodells überzeugt ist, dem empfehlen wir, abhängig vom Enddatum des Wartungsvertrags, einen schnellen Wechsel ab Juni 2017.
Siehst du?

Hinweis zum Download:
Seitens der Datech/TechData wurde ein Simulationskonfigurator erstellt, welchen wir über das Formular zur Verfügung stellen. Bitte beachten Sie, dass der Konfigurator ohne jegliche Gewähr auf Richtigkeit oder Vollständgkeit erstellt worden ist. Weder das Unternehmen Datech/TechData noch die N+P Informationssysteme GmbH übernehmen für die generierten Werte eine Haftung. Das Tool dient zum besseren Verstehen dieser Änderung. Desweiteren fehlen noch ein paar finale Informationen bzgl. den Preisen von einem Produkt oder von einer Suite in einer Collection. Der Konfigurator wird dahingehend noch weiter aktualisiert.

Schreiben Sie uns!

Wir unterstützen Sie bei Ihrer Entscheidung beim Wechsel von Maintenance to Subscription.

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Teaser Maintenance to Subscription

Autodesk Begrifflichkeiten seit Februar 2016

Seit dem 1. Februar 2016 hat die Autodesk einen neuen Sprachgebrauch eingeführt. Den Begriff „Subscription“, so wie wir Ihn aktuell kennen, wird es in Zukunft nicht mehr geben. Es soll sich der Begriff „Abonnement“ mit der Redewendung „abonnieren von [Produkt]“ statt „kaufen von [Produkt]“ etablieren. In Kundengesprächen spüren wir die Verwirrung um die Veränderung bei den Begrifflichkeiten doch deutlich. Seit Jahren ist der Begriff „Subscription“ gelernt und fast jeder AutoCAD-Anwender kann damit was anfangen. Jetzt wird der Begriff sowie die kürzlich eingeführten unterschiedlichen Subscription-Arten gestrichen und zu dem Begriff „Abonnement“ vereint.

Änderungen und Erklärungen zu den neuen Begriffen

  • Aus Desktop Subscription wird Abonnement
  • Aus Netzwerk Subscription wird AbonnementDas Abonnement ist eine neue Möglichkeit Software zu „leihen“. Diese neue Möglichkeit bietet Ihnen die Chance, z. B. für ein Projekt, vierteljährlich oder jährlich eine Lizenz zu mieten, um so große Software Investitionskosten zu vermeiden. Damit können Sie flexibel Projektspitzen abdecken, ohne sich langfristig an viele Lizenzen zu binden.
  • Aus Cloud Service Subscription wird Cloud ServiceMit den zusätzlichen Cloud-Services für Ihre Autodesk-Software können Sie Cloud Produkte (z. B. Fusion 360 oder Configurator 360) nutzen.
  • Aus Maintenance Subscription wird WartungsvertragDer Wartungsvertrag ist der Nachfolger der klassischen „Maintenance Subscription“. Das heißt es ändert sich für alle Subscription-Kunden erst einmal nichts, außer der Name.

Unsicherheit mit dem Begriff Abonnement
Übersicht Autodesk: Infografik Autodesk Abonnement (700kb)

Update: 24.03.2017: Aktualisierung der Handlungsoptionen und des Support-Angebotes (Advanced-Supports bei Mietlizenzen)


12 Kommentare


Paul Hertwig sagt:

Wir können zwar alle nicht in die Zukunft blicken und sicherlich hängt Einiges von makroökonomischen Faktoren wie z.B. der Ölpreisentwicklung ab, jedoch rechnet der International Währungsfond (IWF) mit genau 5,08% Inflation für Deutschland (kumuliert über die kommenden 3 Jahre). Damit wäre es in einer Real-Betrachtung keine Preiserhöhung sondern die konstante Fortschreibung der heutigen Preise vorhersehbar für 3 Jahre.

Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/684534/umfrage/prognose-des-iwf-zur-entwicklung-der-inflationsrate-in-deutschland/ )

Peter2 sagt:

5% Inflation über die nächsten 3 Jahre anzunehmen erscheint in der allgemeinen Wirtschaftslage ziemlich mutig. Das wird wahrscheinlich weder von den Gehältern noch von den Erlösen erreicht werden. Also ziehen vielleicht auch hier die Mietpreise ziemlich der Wirtschaftskraft davon.

Paul Hertwig sagt:

Klaus, Ihr Argument stimmt nur teilweise. Mit der Preiserhöhung für die Wartungslizenzen haben zwar recht, jedoch ist der Mietpreis bei der Wechselaktion deutlich geringer. Wechselt man heute, so ergibt sich eine Preiserhöhung von 5% ggü. den Kosten der bisherigen Wartungslizenz. Diesen Preis lockt der Kunde für 3 Jahre ein, kann aber jährlich über eine Verlängerung entscheiden. Man hat also eine 5% Preiserhöhung, die für 3 Jahre fortgeschrieben wird. Unter Betrachtung der Inflation in den kommenden Jahren dürfte sich das in einer Real-Betrachtung ausgleichen. Gleichzeitig hat der Kunde die Möglichkeit in diesen 3 Jahren auch von den Vorteilen der Miete zu profitieren und ggf. nach Jahr 2 eine von 30 Lizenzen nicht weiter zu verlängern.

Paul Hertwig sagt:

Ich kann die Frustration von Klaus und Uwe Reintzsch verstehen. Betrachtet man die bestehenden Veränderungen vollkommen nüchtern, so vergibt man sich mit der Abkündigung der Wartung die Möglichkeit zu einem späteren Zeitpunkt mit den heute bestehenden guten Konditionen in die Miete einzusteigen. Gleichzeitig kann das Arbeiten auf einem „eingefrorenen Versionsstand“ zu Kompatibilitätsproblemen in der Zusammenarbeit mit Dienstleistern und Kunden führen. Eine Abkündigung der Wartung führt damit in jedem Fall zu einem Verlust der ursprünglich getätigten (und über die Wartung bisher erhaltenen) Investition und in der Konsequenz zur Notwendigkeit einer kompletten Neuanschaffung. Lassen Sie uns hier gern ins Gespräch kommen, wie wir Sie unter den bestehenden Gegebenheiten unterstützen können.

Klaus sagt:

Die von Paul Hertwig angeführten Argumente stimmen natürlich (mit Einschränkung), denn mit dieser Abhängigkeit wird ja der Druck auf den Kauflizenz-Inhaber ausgeübt. Aber leider kann man es von allen Seiten betrachten und es bleibt immer nur eines: Eine enorme Preiserhöhung, die man aus meiner Sicht versucht (unbeholfen) zu verschleiern.

Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Würden wir an unseren Wartungsverträgen festhalten, hätten wir eine Erhöhung der Wartungsgebühr innerhalb von zwei Jahren um insgesamt 38,5%…Wahnsinn.
Wechseln wir zum Abo-Modell werden uns zwar wahnsinnige Einsparungen vorgerechnet gegenüber den Kunden, die direkt mit dem Abo-Modell starten, aber unter dem Strich zahlen wir trotzdem in absehbarer Zeit dann mehr als das doppelte der jetzigen Gebühr…mir tun die Dienstleister leid, die das den Kunden verkaufen und plausibel machen müssen.

Uwe Reintzsch sagt:

Ich bin gestern aus allen Wolken gefallen, als ich die Mail gelesen habe. Autodesk hat es auch wissentlich vorgezogen, keine Antwortadresse anzugeben. Wie schon in der oben genannten Mail klingt das wie ein riesiger Vorteil für die Bestandskunden. Aber das volle Gegenteil ist doch der Fall! Aus einer unbegrenzten Lizenz wird ein Mietobjekt. Damit wird die Möglichkeit der weiteren Nutzung nach Vertragsablauf genommen. Die Vorteile der Industry Collection nutzen nur dem, der die zusätzlichen Funktionen auch benötigt und nutzt. Zusätzlich werden Besitzer von Lizenzen abgezockt durch steigende Preise wenn sie die Geschäftsmodelle von Autodesk ablehnen. Wenn das Autodesk unter Kundenpflege versteht werde ich mich wohl bei den Mitbewerbern auf dem Markt umsehen.

Paul Hertwig sagt:

Der Trend Software zu mieten entstammt nicht ursprünglich dem CAD-Umfeld. MS Office, Adobe Creative Suite … sind diesen Weg schon lange vorher gegangen und so gibt es Nutzer, die so ein flexibles Modell auch im CAD wünschen. Aus meiner Sicht gibt es weiterhin die Wahl, ob ich im alten Modell weiterarbeiten möchte oder in das Mietmodell wechsle. Wenn ein Unternehmen heute die Konstruktionsabteilung temporär verkleinert, muss es die Wartung weiterzahlen, um die zukünftige Nutzbarkeit des Software zu erhalten. Im Mietmodell würde man einfach aussetzen und dann wieder einsteigen, wenn die Auftragslage besser ist. Wettbewerber im CAD wie Siemens (Solid Edge ) und PTC (Creo) gehen übrigens mittlerweile auch den Weg ins Mietmodell. PTC bieten seinen Kunden momentan ebenfalls die Möglichkeit vom Kaufmodell in die Miete zu wechseln.

Peter2 sagt:

Die hochgelobte Flexibilität bei Miete (Auftragsflaute) ist ja nicht so flexibel. Es gibt Mindestdauern und Kündigungsfristen auch bei dieser Miete. Die Illusion „Heute verliere ich einen Auftrag, morgen schalte ich die Hälfte der Lizenzen aus“ spielt es nicht so wie gewünscht, und „ich habe 2 Wochen Spitzenlast, hole mir 5 Mietarbeiter und 5 Lizenzen für 2 Wochen“ auch nicht.

„Miete“ oder „Kauf“ ist seit Jahrzehnten eine Kernfrage – im privaten wie im Geschäftsleben: Maschinen, Fahrzeuge, Gebäude, Privatwohnung, Gartenzelt – alles gibt es zu mieten und(!) zu kaufen. Nur – die Werbemaschinerie in der Softwarebranche trommelt halt: „Nur Miete ist toll“ und „Miete ist die neueste Erfindung der letzten Jahre und der Kunde hat das noch nicht begriffen“

Uwe Reintzsch sagt:

Es geht doch vor allem darum, das wir vor vielen Jahren, für sehr viel Geld Lizenzen gekauft haben, viele Jahre mit noch viel mehr Geld unsere Lizenzen aktuell gehalten haben und jetzt noch extra traufzahlen sollen, weil wir unsere Lizenzen nicht hergeben wollen! Allein in meinem Umfeld gehen gerade über hundert Lizenzen auf die Barrikade. Wenn Autodesk das durchzieht werden wir die Subscription-Verträge auslaufen lassen und erst mal paar Jahre nichts machen. Wenn das Schule macht kann sich Autodesk was überlegen oder die Mitbewerber werden es für Autodesk erledigen. Ich bin jedenfalls stink sauer!

Klaus sagt:

Ich sehe das genauso wie Uwe. Ich verwalte aktuell um die 80 Dauer-Lizenzen. Wir haben immer brav die Lizenzen über Wartungsverträge aktuell gehalten (zuletzt gute 60tausend Euro Kosten pro Jahr). Irgendwelche findigen Marketing-Entscheider denken sich dann: „Eye-…die Änderung vom klassischen Update zur Wartung haben die Software-Käufer doch jetzt über Jahre akzeptiert. Sie zahlen für etwas, dass sie teilweise nicht nutzen und das ohne großes Murren…da geht doch noch mehr…“ Also gesagt-getan und einmal ein tolles Mietmodell ausgepackt und als so super flexibel vermarktet…

Die Zeit ist gekommen sich im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten einmal quer zu stellen. Wir werden jetzt mit Auslaufen des Wartungsvertrages unsere Software einfrieren, vier Jahre lang mit dem Stand arbeiten und danach sehr genau abwägen welche Lizenz wir wie lange mieten mit der klaren Botschaft an Autodesk: Wenn ihr solche deutliche Preissteigerungen durchsetzen möchtet, etwas anderes ist das nämlich nicht, dann müsst ihr auch eine angemessene Gegenleistung bieten und zwar eine, die man auch benötigt.

Kla K sagt:

Nur weil große Firmen das machen(wollen) ist es nicht unbedingt auch für kleine und Mittelstands Unternehmen das beste. Große Firmen leihen sich auch Mitarbeiter, leasen die Fahrzeuge wohingegen solide planende Büros eher auf langjährige Mitarbeiter, gekauften Fuhrpark und Software setzen. Wer es sich leisten kann hatte für die Software eine Wartung abgeschlossen, nicht so oft benötigte wird alle 5 – 10 Jahre erneuert.
Unser PC-Lieferant ist immer ganz geschockt dass die Firmenserver seit 15 Jahren klaglos ihren Dienst verrichten …

Uwe Reintzsch sagt:

Bei Microsoft Office hab ich die Wahl. Wie Autodesk aber in der Mail schreibt und bei Neukunden bereits einige Zeit umsetzt soll prinzipiell auf das Mietmodell umgestellt werden. Mit dem steigenden Preis wird jetzt der Bestandskunde dazu genötigt seine Lizenz abzugeben und umzusteigen. PTC bietet parallel weiterhin die klassischen Lizenzen. Bei Solid… bin ich noch nicht informiert. Aber demnächst.

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