Für Anwender der bisherigen Autodesk Construction Cloud ist außerdem wichtig: Die Plattform ist Teil der Autodesk Forma Industry Cloud geworden. Bestehende Projekte, Daten, Berechtigungen und Workflows bleiben erhalten. Gleichzeitig werden mehrere bekannte Produktnamen künftig stärker unter dem Namen Forma geführt.
Die strategische Umstellung von der Autodesk Construction Cloud zu Autodesk Forma haben wir bereits in einem separaten Beitrag eingeordnet. In diesem Artikel geht es um die konkreten Neuerungen des Mai-Releases 2026.
Autodesk Construction Cloud wird Teil von Autodesk Forma
Die sichtbarste Veränderung betrifft die Plattformbezeichnung. Autodesk Construction Cloud wird im Forma Kontext weitergeführt. Damit ordnet Autodesk die bekannten Cloud-Lösungen stärker unter der Forma Industry Cloud ein.
Mehrere Produktnamen wurden entsprechend angepasst:
- Autodesk Docs heißt künftig Forma Data Management.
- Autodesk Build heißt künftig Forma Build.
- Autodesk Takeoff heißt künftig Forma Takeoff.
- Autodesk BIM Collaborate Pro heißt künftig Forma Design Collaboration.
Für bestehende Anwender bedeutet die Umbenennung keinen Bruch im Projektalltag. Autodesk kommuniziert, dass keine Datenmigration erforderlich ist und bestehende Zugänge, Berechtigungen, Integrationen und Workflows erhalten bleiben.
Strategisch zeigt die Umstellung jedoch, wohin sich die Plattform entwickelt: weg von einzelnen Werkzeugen und hin zu einer stärker vernetzten Umgebung für Planung, Bauausführung und Betrieb.
Forma Board für visuelle Abstimmungen
Ein wichtiger Baustein im Forma-Umfeld ist das Forma Board. Es unterstützt Projektteams dabei, Inhalte visuell zu strukturieren und Planungsstände gemeinsam zu bewerten.
Das Tool eignet sich vor allem für frühe Projektphasen, Design Reviews und Abstimmungen zwischen unterschiedlichen Beteiligten. Pläne, Modelle, Bilder und Dokumente können in einem gemeinsamen Kontext zusammengeführt werden.
- Projektinformationen lassen sich auf einer flexiblen Arbeitsfläche organisieren.
- Entwurfsstände und Varianten können verständlicher dargestellt werden.
- Kommentare und Ergänzungen bleiben direkt im jeweiligen Board nachvollziehbar.

Schnellere Issue-Erfassung in Forma Build
In Forma Build wurde die Erfassung von Issues weiter vereinfacht. Besonders auf der Baustelle zählt, dass Mängel, Beobachtungen und Aufgaben schnell dokumentiert werden können.
Die neue Quick-Issue-Funktion unterstützt genau diesen Ablauf. Mehrere Issues können nacheinander erstellt werden, ohne den Erfassungsprozess jedes Mal neu zu starten. Das spart Zeit bei Baustellenbegehungen, Qualitätskontrollen und wiederkehrenden Prüfungen.

Markups und Issues werden enger verknüpft
Auch die Zusammenarbeit zwischen Markups und Issues wurde verbessert. Markierungen bleiben dauerhaft mit dem jeweiligen Issue verbunden. Dadurch bleibt der Zusammenhang zwischen einer Feststellung und der zugehörigen Markierung über den gesamten Bearbeitungsprozess hinweg nachvollziehbar.
Neu sind außerdem verschachtelte Markups. Damit lassen sich mehrere Markierungen innerhalb eines Zusammenhangs strukturieren. Das ist hilfreich, wenn komplexere Sachverhalte dokumentiert werden müssen.
Zusätzlich können Issues inklusive Markups kopiert werden. Für wiederkehrende Prüfungen oder ähnliche Problemstellungen kann dies den Dokumentationsaufwand deutlich reduzieren.
Bessere Modellanalyse im Viewer
Für die Arbeit mit 3D-Modellen wurden verschiedene Viewer-Funktionen erweitert. Dazu zählen verbesserte Schnittanalysen, eine First-Person-Navigation und präzisere Messwerkzeuge.
Die erweiterten Schnittfunktionen ermöglichen es, Modelle gezielter zu prüfen. Teams können komplexe Einbausituationen besser analysieren, mehrere Schnittansichten nutzen und Modellbereiche klarer bewerten.
Die First-Person-Navigation unterstützt eine modellbasierte Begehung aus Anwendersicht. Gerade bei der Abstimmung mit Fachplanern, Bauleitung oder Auftraggebern kann diese Perspektive helfen, räumliche Zusammenhänge besser zu vermitteln.
Auch die Messfunktionen wurden praxisnäher. Durch das Ausrichten von Messungen an Modellkanten können Maße direkt im Viewer präziser geprüft werden.

Verbesserter Austausch über BCF und Model Coordination
Im Bereich Model Coordination wurde der Import von BCF-Dateien erweitert. Anhänge, die Bestandteil einer BCF-Datei sind, können nun ebenfalls übernommen werden. Dazu gehören zum Beispiel Bilder, Dokumente oder weitere Referenzinformationen.
Für den Austausch zwischen unterschiedlichen BIM-Anwendungen ist das relevant, weil mehr Kontext erhalten bleibt. Projektteams müssen ergänzende Informationen weniger häufig separat nachreichen und können Abstimmungen besser nachvollziehen.
Direkterer Zugriff auf Issues
Die Navigation zu Issues wurde ebenfalls vereinfacht. Wird ein Issue über einen Bericht, eine E-Mail oder eine externe Anwendung geöffnet, führt der Link direkter in den Bereich, in dem das Issue ursprünglich erstellt wurde.
Dadurch steht der fachliche Kontext schneller zur Verfügung. Anwender müssen weniger zwischen verschiedenen Bereichen wechseln und können die weitere Bearbeitung gezielter fortsetzen.
Neues Fotomanagement für die Baudokumentation
Für Projekte mit umfangreicher Fotodokumentation bringt das Mai-Release 2026 mehrere Verbesserungen. Fotos können künftig in Alben organisiert werden. Zusätzlich stehen Verwaltungsfunktionen zur Verfügung, die größere Bildbestände leichter handhabbar machen.
- Albumbezogene Berechtigungen
- Sammeldownloads
- Verschieben mehrerer Fotos gleichzeitig
- Massenaktionen für größere Fotobestände
Damit wird die Baudokumentation übersichtlicher. Teams können Bilder projektbezogen strukturieren und relevante Nachweise schneller finden.
Aufgabenmanagement und Work Plan werden kollaborativer
Auch im Aufgabenmanagement wurde die Zusammenarbeit erweitert. Work-Plan-Aufgaben unterstützen nun Kommentare sowie Erwähnungen von Personen, Rollen und Unternehmen.
Dadurch können Abstimmungen direkt innerhalb der jeweiligen Aufgabe dokumentiert werden. Beteiligte lassen sich gezielt einbinden, ohne dass Informationen in separaten E-Mails oder Chats verloren gehen.
Zusätzlich können Work-Plan-Daten über den Data Connector exportiert und für weiterführende Auswertungen genutzt werden. Das ist besonders interessant für Unternehmen, die Projektkennzahlen systematischer analysieren möchten.
Weiterentwicklungen in Forma Data Management
Auch Forma Data Management wurde im Mai-Release erweitert. Die mobile Suche unterstützt präzisere Suchabfragen und hilft Teams, Dokumente auch in umfangreichen Projektstrukturen schneller zu finden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Dokumentattributen. Automatisch erkannte Attribute können zwischen Versionen verglichen werden. Änderungen an Metadaten werden dadurch transparenter und lassen sich besser nachvollziehen.

Neue Möglichkeiten für Berichte und Dashboards
Im Bereich Insight stehen neue Möglichkeiten für Auswertungen bereit. Mit dem Insight Builder können abhängig vom Lizenzmodell individuelle Dashboards und Berichte erstellt werden.
Unternehmen können Auswertungen damit stärker an eigene Anforderungen anpassen und projektübergreifend bereitstellen. Zusätzlich wurde die Konfiguration von Submittal-Berichten erweitert, sodass Anwender flexibler festlegen können, welche Spalten in Berichten angezeigt werden.
Vereinfachte Administration und Bridge Einrichtung
Auch für Administratoren enthält das Release praktische Verbesserungen. Bridge-Verbindungen zwischen Projekten können unter bestimmten Voraussetzungen schneller eingerichtet werden. Das erleichtert den projektübergreifenden Austausch von Informationen.
Für Organisationen mit mehreren Projekten ist das ein relevanter Punkt, weil standardisierte Projektstrukturen und wiederholbare Austauschprozesse im Alltag viel Zeit sparen können.
Fazit: Autodesk Forma entwickelt bestehende Workflows gezielt weiter
Das Mai-Release 2026 bringt keine grundlegend neuen Module, aber viele praxisnahe Verbesserungen. Genau darin liegt der Nutzen für Projektteams: Die Neuerungen setzen an Arbeitsabläufen an, die in vielen Projekten täglich genutzt werden.
Besonders relevant sind die schnellere Issue-Erfassung, engere Verknüpfungen zwischen Issues und Markups, bessere Modellanalysen, erweitertes Foto- und Dokumentenmanagement sowie neue Möglichkeiten für Reporting und projektübergreifende Zusammenarbeit.
Für Unternehmen, die bereits mit der bisherigen Autodesk Construction Cloud arbeiten, ist die Umstellung auf Autodesk Forma vor allem ein strategischer Schritt in Richtung stärker vernetzter Plattformprozesse.
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Bildquelle: N+P, Autodesk, KI



