26.08.2026 — Digitales Gebäude — Alexander Höppner

Energiecontrolling mit CAFM: Verbräuche transparent erfassen und gezielt auswerten

Energiekosten zählen in vielen Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Organisationen zu den größten beeinflussbaren Kostenblöcken im Gebäudebetrieb. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Transparenz, Nachhaltigkeit und belastbare Kennzahlen. Wer Energieverbräuche senken und Kostenentwicklungen besser verstehen möchte, benötigt daher eine strukturierte Datengrundlage

    Energiecontrolling mit CAFM für die Auswertung von Energieverbrauch und CO₂-Emissionen eines Bürogebäudes
    Alexander Höppner
    Über den Autor
    Die individuelle Beratung zur ganzheitlichen digitalen Unterstützung im Gebäudebetrieb ist seit vielen Jahren sein Steckenpferd. Die Bedeutung von BIM im FM und die immer wichtiger werdende Rolle von Automatisierungsprozessen kennt Alexander Höppner aus seinem Arbeitsalltag als Vertriebs- und Projektmanager CAFM. Im N+P-Blog schreibt er darüber.

    Ein digitales Energiecontrolling im CAFM-System, wie beispielweise SPARTACUS Facility Management® kann genau diese Basis schaffen – unabhängig davon, ob es um einzelne Verwaltungsgebäude, technische Standorte, Produktionsflächen oder komplexe Immobilienportfolios geht.

    Oft sind die notwendigen Informationen bereits vorhanden: Zählerstände, Rechnungen, Energielieferantenverträge oder Standortdaten. Die Herausforderung liegt weniger in der reinen Datensammlung, sondern darin, diese Informationen zusammenzuführen, aktuell zu halten und nachvollziehbar auszuwerten. Der FM-Prozess Energiecontrolling unterstützt dabei, Verbräuche, Kosten und Kennzahlen systematisch zu erfassen und daraus konkrete Entscheidungsgrundlagen abzuleiten. Verantwortliche im Facility Management, Energiemanagement oder Controlling erhalten so einen gemeinsamen Blick auf dieselben Daten.

    Verbrauchsstrukturen im Gebäude abbilden

    Im Mittelpunkt steht zunächst der Aufbau einer klaren Verbrauchsstruktur. In SPARTACUS Classic lassen sich Objekte, Gebäude, Gebäudeteile, technische Anlagen und Verbrauchsstellen im technischen Gebäudemodell abbilden. Verbrauchsstellen beschreiben dabei die energetische Struktur eines Gebäudes, zum Beispiel für Strom, Wasser, Gas, Fernwärme oder weitere Medien.

    Verbrauchsstelle eines Stromzählers in SPARTACUS Facility Management
    Verwaltung einer Verbrauchsstelle in SPARTACUS

    Diesen Verbrauchsstellen können Zähler, Zählerstände, Ableseintervalle, Messpunktnummern, Ortsbeschreibungen und versorgte Objekte zugeordnet werden. Auch Zählerwechsel werden dokumentiert, sodass Verbräuche trotz Ein-, Aus- oder Umbauten nachvollziehbar bleiben. Zählerstände können manuell erfasst, über eine Schnellerfassung eingetragen oder per Excel importiert werden. Damit eignet sich der Prozess sowohl für kleinere Strukturen als auch für umfangreiche Liegenschaftsbestände mit unterschiedlichen Medien, Standorten und Verantwortlichkeiten.

    Neben den Verbrauchsdaten lassen sich auch Kosten und Verträge einbinden. Energiekosten können verursachergerecht zugeordnet werden. Energielieferantenverträge werden inklusive Laufzeiten, Kündigungsfristen, Kostenpositionen und Dokumentenablage verwaltet. Über Terminregeln können Verantwortliche rechtzeitig auf relevante Fristen hingewiesen werden.

    Dezentrale Erfassung über die Web-Anbindung

    Ein wesentlicher Bestandteil eines praxisnahen Energiecontrollings ist die einfache Datenerfassung vor Ort. Über SPARTACUS Web können zum Beispiel Hausmeister, Techniker oder andere zuständige Personen Zählerstände direkt dezentral erfassen, auch auf mobilen Endgeräten wie Tablet oder Smartphone.

    Erfassung eines Kaltwasser-Zählerstands über SPARTACUS Web
    Digitale Erfassung von Zählerständen in SPARTACUS Web

    Dabei sehen Nutzer nur die Zähler, die ihnen zugewiesen sind. Ein Berechtigungs- und Nutzerkonzept stellt sicher, dass Informationen zielgerichtet bereitgestellt werden. Ein Ampelprinzip zeigt, welche Ablesungen fällig sind und welche sich noch innerhalb der Frist befinden. Bei der Eingabe unterstützen Plausibilitätsprüfungen: Ungewöhnlich niedrige oder auffällig hohe Werte werden erkannt und gemeldet. So sinkt das Risiko fehlerhafter Daten, während papierbasierte Listen und doppelte Erfassungen vermieden werden.

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    Auswertungen, Kennzahlen und Berichte

    Damit Verbrauchsdaten sinnvoll vergleichbar sind, müssen äußere Einflüsse berücksichtigt werden. Für Heizenergie spielt beispielsweise die Witterung eine wichtige Rolle. Über die Wetterstationsverwaltung können Gradtagzahlen hinterlegt und Objekten zugeordnet werden. Dadurch werden witterungsbereinigte Vergleiche möglich.

    Auf dieser Grundlage entstehen aussagekräftige Auswertungen: Jahresverbräuche, Kostenentwicklungen, CO2-Emissionen, Benchmarks zwischen Gebäuden oder individuelle Kennzahlen. Auch Energieberichte können erstellt werden, etwa mit Energiestatistik, Verbrauchsentwicklung, Preis- und Kostenentwicklung sowie Verbrauchs- und Kostenanalysen. Regelmäßige Reports lassen sich automatisieren und beispielsweise monatlich, halbjährlich oder jährlich per E-Mail an definierte Empfänger versenden.

    SPARTACUS-Report mit Jahresverbrauch und Energiekosten eines Gebäudes
    Auswertung von Jahresverbrauch und Energiekosten in SPARTACUS

    Energiecontrolling in der Cloud

    Der FM-Prozess Energiecontrolling funktioniert nicht nur in SPARTACUS Classic und über die Web-Anbindung, sondern auch in SPARTACUS Cloud. Dort stehen webbasierte Übersichten, Karten- und Listenansichten sowie grafische Auswertungen im Vordergrund. Standorte, Verbräuche und Trends lassen sich übersichtlich darstellen.

    Kartenansicht von Standorten und Energieverbräuchen in SPARTACUS Cloud
    Standortbezogene Verbrauchsübersicht in SPARTACUS Cloud

    Zusätzlich können Zähler per IoT angebunden werden, um Ablesungen automatisiert oder in Echtzeit zu übernehmen. Das reduziert manuelle Tätigkeiten und verbessert die Aktualität der Datenbasis. Die App SPARTACUS Field Zähler ermöglicht die Zählerstanderfassung auch offline, zum Beispiel in Technikräumen oder Kellern ohne stabile Netzverbindung. Für Auswertungen können Zeiträume flexibel gewählt und Ergebnisse exportiert werden.

    Fazit: Mehr Transparenz durch Energiecontrolling mit CAFM

    Ein wirksames Energiecontrolling endet nicht bei der Erfassung von Zählerständen. Erst die Verbindung von Verbrauchsstellen, Zählern, Kosten, Verträgen, Wetterdaten und Auswertungen schafft eine belastbare Grundlage für Entscheidungen. Unternehmen erhalten dadurch mehr Transparenz über ihre Energieverbräuche, können Entwicklungen besser bewerten und Einsparpotenziale gezielter identifizieren.

    Bildquelle: N+P

    Alexander Höppner
    Über den Autor
    Die individuelle Beratung zur ganzheitlichen digitalen Unterstützung im Gebäudebetrieb ist seit vielen Jahren sein Steckenpferd. Die Bedeutung von BIM im FM und die immer wichtiger werdende Rolle von Automatisierungsprozessen kennt Alexander Höppner aus seinem Arbeitsalltag als Vertriebs- und Projektmanager CAFM. Im N+P-Blog schreibt er darüber.

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