PLM als Grundlage für Digitalisierung

1. März 2018 Digitalisierung

Branchenübergreifend herrscht die Meinung „ohne Digitalisierung geht es nicht“ – aber was bedeutet Digitalisierung überhaupt und wo fängt man an? Ein gut aufgesetztes Product Lifecycle Management (PLM) ist ein sinnvoller Anfang.

Digitalisierung von Dokumenten im PLM-Prozess

Digitalisierung bedeutet nicht einfach Papierdokumente zu scannen und im Archiv abzulegen. Der Ansatz ist ein anderer. Vielmehr geht es darum, durch digital vernetzte Prozesse, neue Potenziale zu heben. Product Lifecycle Management (PLM) kann ein erster Schritt auf dem Weg zur digitalen Vernetzung sein. PLM bedeutet dabei entlang des Produktlebenszyklus alle relevanten Informationen, Daten und Dokumente zentral und digital zu verwalten und im Prozess zu steuern.

Der Arbeitsalltag wird häufig noch davon bestimmt, dass Dokumente in Papierform vorliegen, nicht zentral abgelegt sind, schlimmstenfalls kopiert werden und Änderungen dementsprechend nicht für alle Beteiligten nachvollziehbar sind. In Zeiten von Industrie 4.0 und dem Gedanken der digitalen Fabrik durch eine vernetzte Prozesskette, kann diese Arbeitsweise in eine Sackgasse führen. In unserem Blogbeitrag 3 Gründe für ein digitales Dokumentenmanagement-System sind wir bereits auf einige Vorteile, speziell für Fertigungsunternehmen, eingegangen. Heute erläutern wir, warum ein PLM-System ein Schritt in Richtung Digitalisierung ist und welche Effizienzgewinne sich ergeben.

Prozessschritte im Produktlebenszyklus analysieren

Prozesse vernetzen heißt, sich zunächst mit den einzelnen Prozessschritten im Produktlebenszyklus zu beschäftigen. Die Analyse ist die Ausgangsbasis eines PLM-Projektes. Wenn klar ist, wer, wann, wofür, im Prozess eingebunden ist, lässt sich durch ein PLM-System ein automatisierter Rollenworkflow ableiten. So können Zugriffsberechtigungen, Freigabeprozesse, Dokumentänderungen, Dokumentenverteilung und vieles mehr geregelt werden. Automatisierte Prozessabläufe sind z. B.

Stücklistenimport ins ERP-System nach Freigabe der Konstruktionszeichnungein automatischer Stücklistenimport ins ERP-System nach Freigabe der Konstruktionszeichnung

E-Mail an Arbeitsvorbereitung zur Erstellung der Arbeitspläneeine automatisierte E-Mail an die Arbeitsvorbereitung zur Erstellung der Arbeitspläne sowie

automatisch generierte Bestellliste für Zukaufteileeine automatisch generierte Bestellliste für Zukaufteile, die an den Einkauf weitergegeben wird.

Die Vorteile dieser Vorgehensweise liegen auf der Hand: Beschleunigung der Durchlaufzeit, Konzentration auf das Wesentliche durch automatische Koordination, Nachvollziehbarkeit und Transparenz.

Funktionen eines PLM-Systems

Die Funktionen eines PLM-System reichen tiefer als es zunächst scheint. Vor allem bei der Entwicklung smarter Produkte, die mit dem Internet of Things (IoT) kommunizieren und dem Konsumenten neue Services ermöglichen, indem digitale und physische Produktwelten verknüpft sind, erfordern den Umbau der Produktdaten- und Dokumentenlandschaft. Der Zugriff auf relevante Informationen, Daten und Dokumente muss jederzeit von überall möglich sein.

Zudem führen smarte Produkte auch zu einer stärkeren Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg, weil häufig externe Partner für bestimmte Lösungen in den Prozess eingebunden sind. Ein Austausch per E-Mail ist dabei nicht unbedingt der richtige Weg. PLM-Systeme ermöglichen eine sichere Austauschplattform in der Zusammenarbeit mit Externen und erlauben durch die zentrale Ablage stets Aktualität der Informationen, Daten und Dokumente. In virtuellen Projekträumen definiert man personenbezogene Berechtigungen und regelt somit wer was sehen, bearbeiten oder austauschen darf. Ein Dokumentenaustausch erfolgt mit nur wenigen Klicks und jede Aktion ist protokolliert und somit für alle nachvollziehbar.

Fazit

Wer ein PLM-System einsetzt, kann von einem beschleunigten Prozessdurchlauf profitieren und schafft die Voraussetzung für verlässliche Daten entlang des Produktlebenszyklus. Das ist wiederrum die Basis, um digitale und physische Produktwelten im IoT zu verknüpfen.

Schlussfolgernd ergeben sich entlang der gesamten Prozesskette Effizienzgewinne durch:

  • Vermeidung von Änderungskonflikten und doppelter Datenerfassung
  • Zentrale, strukturierte Ablage und zentraler Zugriff
  • Transparenz in den Prozessen, Zusammenhängen und somit Wissenstransfer
  • Automatische Synchronisation von Artikelstammdaten und Stücklisten zwischen CAD und ERP und somit Wegfall von manuellen und fehleranfälligen Dateneingaben
  • Workflow-gesteuertes Arbeiten, das den Produktentstehungsprozess beschleunigt
  • Automatisierung der Kernprozesse, wie Freigabe-/Änderungsprozesse mittels durchdachten Rollenzuweisungen
  • Einfacher und sicherer Datenaustausch mit internen und externen Projektbeteiligten

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