29.04.2026 — Digitale Fabrik — Uwe Lindner

Neuerungen in Autodesk Inventor 2027: KI-Unterstützung und mehr Automatisierung

Mit der neuen Version 2027 für Inventor erweitert Autodesk® seine CAD-Lösung um praxisnahe Funktionen für mehr Effizienz, bessere Automatisierung und einen deutlich moderneren Konstruktionsprozess. Besonders im Mittelpunkt steht der neue Autodesk Assistant, der mit natürlicher Sprache arbeitet und viele wiederkehrende Aufgaben direkt in Inventor vereinfacht. Daneben bringen visuelle iLogic-Codeblocks, neue Modellierungsfunktionen und Verbesserungen in Baugruppen-Workflows spürbare Vorteile für den Konstruktionsalltag.

    Neuerungen in Autodesk Inventor 2027
    Uwe Lindner
    Über den Autor
    Uwe Lindner ist Senior Consultant im Bereich CAD/PDM und ein ausgewiesener Experte für Autodesk-Lösungen. In seinen Blogartikeln konzentriert er sich auf die vielfältigen Funktionen und Anwendungsmöglichkeiten in den Bereichen Konstruktion und Datenmanagement.

    Autodesk Inventor 2027: ein spürbarer Schritt in Richtung intelligenter Konstruktion

    Autodesk setzt mit Inventor 2027 einen klaren Fokus darauf, Konstrukteure und Ingenieure im Arbeitsalltag spürbar zu entlasten. Die neue Version kombiniert klassische CAD-Weiterentwicklungen mit modernen Funktionen für Automatisierung und KI-gestützte Assistenz. Besonders deutlich wird das beim neuen Autodesk Assistant, der direkt in Inventor integriert ist und dabei hilft, Modelle zu analysieren, Aufgaben schneller auszuführen und Konstruktionsdaten einfacher nutzbar zu machen. Daneben erweitert Autodesk Inventor 2027 auch die visuelle Automatisierung mit iLogic Codeblocks, verbessert Standard-Workflows in der Modellierung und stärkt die Wiederverwendung von Konstruktionsdaten.

    Autodesk Assistant: die wichtigste Neuerung in Inventor 2027

    Die zentrale Innovation in Autodesk Inventor 2027 ist der Autodesk Assistant. Autodesk integriert damit erstmals eine KI-gestützte Assistenz direkt in Inventor 2027. Der Assistant ist als andockbares Bedienfeld in die Arbeitsumgebung eingebunden. Anwender können damit in natürlicher Sprache mit ihrem Modell arbeiten, Fragen stellen und Aufgaben auslösen, ohne sich durch mehrere Dialoge, Menüs oder Skripte arbeiten zu müssen. Der Assistant ist darauf ausgelegt, Konstruktionsdaten zu verstehen, Absichten zu interpretieren und daraus konkrete Aktionen abzuleiten.

    Für die Praxis bedeutet das: Statt einzelne Funktionen manuell aufzurufen, können Nutzer den Assistant direkt anweisen, Modellzustände zu erstellen, Komponenten zu unterdrücken, Parameter anzulegen, Daten auszuwerten oder wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren. Autodesk nennt den Assistant deshalb einen neuen, natürlicheren Weg, mit Inventor zu arbeiten. Vor allem in komplexen Projekten, in denen viele Schritte aufeinanderfolgen, kann das den Workflow deutlich vereinfachen und den Arbeitsaufwand spürbar reduzieren.

    KI-Unterstützung durch Autodesk Assistant
    KI-Unterstützung durch Autodesk Assistant

    Warum der Autodesk Assistant für Konstrukteure so relevant ist

    Der eigentliche Mehrwert des Autodesk Assistant in Inventor 2027 liegt in der Verbindung aus Bedienkomfort und Produktivitätsgewinn. Autodesk verweist darauf, dass Ingenieure einen erheblichen Teil ihres Arbeitstags mit repetitiven Tätigkeiten verbringen. Genau hier setzt der Assistant an: Er soll manuelle Zwischenschritte reduzieren und Aufgaben per Klartext deutlich schneller ausführbar machen. Dazu zählen unter anderem das gleichzeitige Anwenden von Änderungen auf mehrere Komponenten, das Exportieren von Bildern aus Teilen oder Baugruppen sowie das Sammeln und Zusammenfassen von Konstruktionsdaten.

    Autodesk Assistant: Exportieren von Bildern aus Teilen oder Baugruppen
    Autodesk Assistant: Exportieren von Bildern aus Teilen oder Baugruppen

    Besonders spannend ist der Analyse-Aspekt: Statt Geometrien oder Parameter mühsam manuell zu prüfen, können Anwender Fragen stellen wie, welche Features außerhalb der Fertigungsanforderungen liegen, welche Bohrungsgrößen in einer Baugruppe verwendet werden oder wie sich bestimmte Parameter zwischen Komponenten unterscheiden. Der Assistant analysiert Geometrie und Parameter und gibt daraus verwertbare Hinweise zurück. Damit wird aus der Funktion nicht nur ein Komfortwerkzeug, sondern ein echter Helfer für fundiertere Konstruktionsentscheidungen.

    Autodesk Assistant analysiert Geometrie und Parameter
    Autodesk Assistant analysiert Geometrie und Parameter

    Für viele Unternehmen dürfte genau das der größte Schritt in Inventor 2027 sein: Wissen wird schneller zugänglich, wiederkehrende Aufgaben werden einfacher und auch weniger erfahrene Anwender können komplexe Funktionen leichter nutzen. Autodesk macht damit deutlich, wohin sich moderne CAD-Systeme entwickeln: weg von rein menügesteuerter Bedienung, hin zu intelligenter Assistenz direkt im Konstruktionsprozess.

    iLogic Codeblocks: Automatisierung wird deutlich einfacher

    Neben dem Autodesk Assistant bringt Autodesk Inventor 2027 mit den neuen iLogic Codeblocks eine weitere wichtige Neuerung. iLogic gilt seit Jahren als leistungsstarkes Werkzeug, um Regeln zu definieren, Konstruktionen zu automatisieren und Standards durchzusetzen. Mit Codeblocks wird dieser Ansatz nun deutlich zugänglicher, weil Regeln nicht mehr ausschließlich per Skript erstellt werden müssen, sondern über eine visuelle Drag-and-drop-Logik aufgebaut werden können. Parameter, Bedingungen und Aktionen werden dabei Schritt für Schritt miteinander verbunden.

    Verbindung von Parametern, Bedingungen und Aktionen durch Drag-and-drop-Logik
    Verbindung von Parametern, Bedingungen und Aktionen durch Drag-and-drop-Logik

    Gerade für Unternehmen, die ihre Konstruktionsprozesse standardisieren möchten, aber bisher vor klassischer Skriptlogik zurückgeschreckt sind, ist das ein großer Vorteil. Gleichzeitig bleibt Inventor 2027 auch für fortgeschrittene Anwender attraktiv, denn der zugrunde liegende iLogic-Code wird parallel sichtbar gemacht. Das erleichtert den Einstieg, schafft Transparenz und unterstützt Teams dabei, Automatisierung schrittweise auszubauen. So wird Inventor 2027 nicht nur intelligenter, sondern auch breiter im Alltag einsetzbar.

    Neues Langloch-Feature für schnellere und präzisere Modellierung

    Auch in der Bauteilmodellierung bringt Inventor 2027 konkrete Verbesserungen. Neu ist ein eigenes Langloch-Feature, das einen häufig benötigten Konstruktionsschritt deutlich komfortabler abbildet. Autodesk setzt hier auf eine moderne Bedienung direkt im Grafikbereich sowie auf ein zeitgemäßes Eigenschaftenfenster. Größe, Orientierung und Position von Langlöchern lassen sich damit schneller und kontrollierter definieren. Unterstützt werden dabei unterschiedliche Ausprägungen, darunter Standard-, Senk- und Zylindersenkvarianten.

    Neues Langloch-Feature in Autodesk Inventor 2027
    Neues Langloch-Feature in Autodesk Inventor 2027

    Gerade in mechanischen Konstruktionen, in denen Langlöcher regelmäßig für Toleranzausgleich, Montagefreundlichkeit oder Verstellbarkeit eingesetzt werden, spart diese Funktion Zeit und reduziert Modellierungsaufwand. Zusätzlich können vordefinierte Einstellungen wiederverwendet werden, was typische Standardfälle beschleunigt. Autodesk positioniert das Langloch-Feature damit als praxisnahe Erweiterung für reale Fertigungsanforderungen.

    Verbesserungen beim Spiegeln von Baugruppen

    Eine weitere wichtige Neuerung in Inventor 2027 betrifft das Spiegeln von Baugruppen. Autodesk erweitert diesen Workflow um mehr Kontrolle und mehr Flexibilität. Anwender können nun gezielter festlegen, wie sich gespiegelte Komponenten verhalten sollen: ob die Verknüpfung zum Original erhalten bleibt, aufgehoben wird, eine neue Datei per „Als Kopie speichern“ erzeugt werden soll oder sogar die Feature-Struktur gespiegelt wird. Zudem können einzelne Komponenten selektiv von der Spiegelung ausgeschlossen werden.

    Verbessertes Spiegeln von Baugruppen
    Verbessertes Spiegeln von Baugruppen

    Hinzu kommt die Möglichkeit, bestimmte Komponenten gezielt von der Spiegelung auszuschließen. Besonders interessant ist außerdem die neue Associative Placement-Funktion. Damit lassen sich gespiegelte Komponenten neu positionieren, ohne ihre Beziehung zur Ausgangskonstruktion zu verlieren. Im Alltag bedeutet das mehr Freiheit bei der Variantenbildung, ohne auf Konsistenz und Nachvollziehbarkeit zu verzichten. Vor allem bei komplexeren Baugruppen kann das die Arbeit deutlich vereinfachen.

    Content Center in Inventor 2027: Jetzt auch komplette Baugruppen nutzen

    Mit Inventor 2027 gewinnt auch das Content Center an Bedeutung. Bisher lag der Schwerpunkt stark auf einzelnen Norm- und Kaufteilen. Nun ermöglicht Autodesk zusätzlich das Publizieren und Wiederverwenden kompletter Baugruppen. Das heißt: Häufig genutzte Mehrkomponenten-Modelle wie Zylinder, Motoren oder andere zugekaufte Einheiten können künftig ähnlich komfortabel verwaltet und eingefügt werden wie klassische Einzelkomponenten.

    Einfügen kompletter Baugruppen
    Einfügen kompletter Baugruppen

    Für die Praxis ist das ein großer Vorteil. Standardisierte Unterbaugruppen lassen sich zentral bereitstellen, inklusive Metadaten, Vorschauen und flexibler Platzierung. Auch konfigurierbare Baugruppen mit Modellzuständen werden unterstützt. Das stärkt die Wiederverwendung bewährter Konstruktionen, verbessert die Konsistenz über Projekte hinweg und kann die Entwicklungszeit spürbar verkürzen.

    Fazit: Autodesk Inventor 2027 bringt KI und Produktivität zusammen

    Autodesk Inventor 2027 ist nicht einfach nur ein weiteres Funktionsupdate. Die Version markiert vielmehr einen klaren Entwicklungsschritt hin zu einer intelligenteren, stärker automatisierten CAD-Arbeitsweise. Besonders der Autodesk Assistant zeigt, wohin die Reise geht: weg von umständlichen Einzelschritten, hin zu einer direkteren, natürlicheren Interaktion mit dem Modell. Wer regelmäßig mit komplexen Baugruppen, wiederkehrenden Änderungen oder datenintensiven Konstruktionen arbeitet, dürfte hiervon besonders profitieren.

    Zusammen mit den iLogic Codeblocks, dem neuen Langloch-Feature, den verbesserten Spiegelungsfunktionen und dem erweiterten Content Center liefert Inventor 2027 viele praxisrelevante Neuerungen, die im Alltag tatsächlich einen Unterschied machen können.

    Die Version ist damit vor allem für Unternehmen interessant, die ihre Konstruktion effizienter, standardisierter und innovationsorientierter aufstellen möchten. Wer sich mit Themen wie CAD-Automatisierung, Wiederverwendung von Konstruktionen und KI in der Produktentwicklung beschäftigt, findet in dieser Version viele spannende Ansätze. Besonders der Autodesk Assistant dürfte in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen, wenn es darum geht, Inventor nicht nur schneller, sondern auch intelligenter zu nutzen.

    Möchten Sie sich die neuen Funktionen im Detail nochmal anschauen, dann stehen Ihnen bei Autodesk die entsprechenden Videos zur Verfügung: Autodesk Inventor 2027 – What’s new

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    Bildquelle: Autodesk

    Uwe Lindner
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    Uwe Lindner ist Senior Consultant im Bereich CAD/PDM und ein ausgewiesener Experte für Autodesk-Lösungen. In seinen Blogartikeln konzentriert er sich auf die vielfältigen Funktionen und Anwendungsmöglichkeiten in den Bereichen Konstruktion und Datenmanagement.

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