Wie in den vergangenen Jahren haben wir die wichtigsten Ergebnisse der Studie für Sie zusammengefasst. Für den Report hat Autodesk gemeinsam mit Statista 5.500 Führungskräfte und Fachleute aus 23 Ländern befragt und zusätzlich 26 Interviews geführt. Die Studie wurde 2026 durchgeführt und reicht bis ins Jahr 2027, weil sie als Grundlage für die Planungs- und Investitionsentscheidungen des kommenden Jahres dienen soll.
Die zentrale Erkenntnis: Taktgeber gewinnen durch Verknüpfung
Die wichtigste Botschaft des diesjährigen Reports: Spitzenleistung in einem einzelnen Bereich reicht nicht mehr aus. Erfolgreich sind Unternehmen, die digitale Transformation, KI und Nachhaltigkeit so miteinander verbinden, dass sich diese Bereiche gegenseitig verstärken. Autodesk nennt sie Taktgeber. Nur 11 % der Befragten gehören zu dieser Gruppe, doch der Abstand zum Durchschnitt ist beachtlich. Besonders aufschlussreich ist, dass der Vorsprung der Taktgeber bei der Geschäftsleistung seit 2023 Jahr für Jahr gewachsen.

Was Taktgeber auszeichnet
Der Vorsprung der Taktgeber beruht nicht auf einer einzelnen Technologie oder Initiative. Laut Report kombinieren sie vier Dinge: Sie investieren konsequent in digitale Grundlagen, setzen KI praktisch im Tagesgeschäft ein, berücksichtigen Nachhaltigkeit bei Geschäftsentscheidungen und vernetzen Menschen, Daten, Arbeitsabläufe und Fachwissen über traditionelle Abteilungs- und Branchengrenzen hinweg. Wettbewerbsvorteile entstehen immer weniger durch isolierte Projekte, sondern durch Fähigkeiten, die sich über die Zeit gegenseitig verstärken. Die folgenden vier Themenfelder zeigen, wie das konkret aussieht.
1. Digitale Transformation: ein Prozess, kein Ziel
Die digitale Transformation zahlt sich aus. 98 % der Unternehmen berichten von messbaren geschäftlichen Vorteilen und fast die Hälfte sieht sich ihren Transformationszielen deutlich näher. Zwei von drei Unternehmen melden Verbesserungen um mindestens 50 % bei Kundenzufriedenheit, Produktivität und Innovationsfähigkeit.

Gleichzeitig ein auf den ersten Blick überraschender Befund: Nur noch 44 % der Unternehmen sehen sich als digital gut aufgestellt – 2024 waren es noch 63 %. Das bedeutet aber keinen Rückschritt. Die Messlatte steigt, weil KI, vernetzte Daten, Automatisierung und Cloud-Technologien die Arbeitsweisen neu definieren. Was gestern noch ein Vorsprung war, ist heute Standard. Der Rückgang spiegelt vor allem eine realistischere Selbsteinschätzung wider. Digitale Reife ist kein Zustand, den man einmal erreicht, sondern eine Kompetenz, die ständig weiterentwickelt werden muss. Unternehmen wissen heute schlicht genauer, wo sie tatsächlich stehen.
Der Engpass ist der Mensch, nicht die Technik. 56 % der Befragten nennen mindestens ein qualifikationsbezogenes Hindernis, nur 37 % die Kosten. Für Taktgeber ist die größte Hürde die Zeit, die in neue Tools und Arbeitsweisen investiert werden muss. Dabei setzen die Gruppen unterschiedliche Schwerpunkte: Durchschnittliche Unternehmen kämpfen vor allem mit Kosten und Fachkräftemangel. Taktgeber spüren dagegen häufiger den Zeitaufwand für neue Arbeitsweisen und den Widerstand gegen Veränderungen im eigenen Haus – typische Hürden für Unternehmen, die viel verändern.
Wer Software einführt, sollte von Anfang an Zeit und Budget für Schulung, Einarbeitung und Change-Management einplanen. Sonst bleibt das Potenzial der Werkzeuge ungenutzt. 88 % der Taktgeber setzen gezielt auf digitale Produkte und Services, im Durchschnitt sind es nur 60 %. Entsprechend ziehen sie in fast allen Bereichen mehr Nutzen aus der Digitalisierung.

Die größten Abstände zeigen sich bei Innovationsfähigkeit, Nachhaltigkeit, Reputation und Fachkräftegewinnung. Nur bei niedrigeren Kosten und kürzerer Projektplanungszeit schneidet der Durchschnitt leicht besser ab. Laut Report erklärt die Technologie allein diesen Vorsprung nicht. Taktgeber kombinieren ihre Investitionen mit vernetzten Daten, integrierten Arbeitsabläufen und einer hohen Bereitschaft, sich an neue Entwicklungen anzupassen.
2. KI: Vom Experiment in den Arbeitsalltag
Zum ersten Mal haben technologische Fortschritte einschließlich KI das Kostenmanagement als größte Herausforderung der Unternehmen abgelöst.

Die übrigen Top-Herausforderungen, wie Kostenkontrolle, Fachkräfte, Datenautomatisierung und Weltwirtschaft bleiben nahezu unverändert. Der deutliche Sprung bei der KI zeigt, wie schnell sich die Agenda der Führungsetagen verschoben hat: weg vom Experimentieren, hin zur Integration in den Alltag.
Die Unternehmen reagieren. Drei Viertel wollen ihre KI-Investitionen in den nächsten drei Jahren erhöhen, auch wenn die übrigen Technologieausgaben stagnieren. 40 % haben KI bereits in Planungsprozesse integriert, 34 % setzen KI-gesteuerte Automatisierung ein. Investitionen allein garantieren aber noch keinen Erfolg. Nur 40 % sehen sich kurz vor dem Ziel oder am Ziel ihrer KI-Vorhaben. Sechs von zehn Unternehmen befinden sich in einer frühen oder mittleren Phase oder haben noch gar nicht begonnen.

Auffällig ist der Vergleich mit 2024. Damals sahen sich noch deutlich mehr Unternehmen kurz vor dem Ziel. Ähnlich wie bei der Digitalisierung gilt: Mit jedem Entwicklungssprung der Technologie definieren Unternehmen neu, was eine erfolgreiche KI-Einführung ausmacht.
Der Report nennt drei Voraussetzungen, um vom Experiment zur Umsetzung zu kommen. KI braucht vertrauenswürdige Daten, muss in alltägliche Arbeitsabläufe eingebettet werden, und die Mitarbeitenden benötigen das Know-how für den effektiven Einsatz. Das Vertrauen wächst, denn 73 % erwarten, dass KI ihre Branche verbessert, 71 % rechnen mit mehr Kreativität und 70 % mit weniger Routinearbeit. Die Sorge vor einer Destabilisierung der eigenen Branche ist dagegen von 48 % auf 41 % gesunken.

Auch die Zuversicht, die richtigen KI-Entscheidungen zu treffen, und das Vertrauen in KI-Technologien sind gestiegen. Der Grund liegt laut Report nicht darin, dass sich KI langsamer entwickelt, sondern darin, dass Unternehmen vertrauter mit der Technologie werden.
KI-Kompetenz wird zur Grundqualifikation. Gefragt ist vor allem breites KI-Wissen, gefolgt von praktischer Erfahrung mit KI-Tools. Hochspezialisierte Themen wie maschinelles Lernen oder Prompt-Engineering spielen eine deutlich kleinere Rolle. KI wird zur Kernkompetenz für viele, nicht nur für wenige Experten.
Was Taktgeber anders machen? 94 % von ihnen verfügen über dedizierte KI-Teams, im Durchschnitt sind es 61 %. Auch vertrauenswürdige Datenpartner und vernetzte Systeme sind bei ihnen deutlich häufiger. Sie integrieren KI öfter in die Planung, automatisieren mehr und investieren stärker in Schulungen.
Zudem fließen bei Taktgebern deutlich mehr Mittel in die Grundlagen, die KI erst wirksam machen – Datenmanagement, Fachkräfte sowie neue Produkte und Services. Wer KI mit verlässlichen Daten, klarem Kontext und vernetzten Abläufen kombiniert, kann Investitionen am ehesten in messbaren Geschäftswert verwandeln.
3. Nachhaltigkeit: Vom Pflichtprogramm zum Wettbewerbsvorteil
Nachhaltigkeit ist endgültig zum Geschäftsthema geworden. 67 % der Führungskräfte sehen darin inzwischen einen Wettbewerbsvorteil statt einer Pflichtaufgabe. 71 % erwarten, dass sich mit Nachhaltigkeitsinitiativen langfristig mehr als 5 % des Jahresumsatzes erzielen lassen – ein Wert, der seit 2024 stabil hoch liegt.

Der Vergleich mit 2023 zeigt, wie stark sich die Wahrnehmung verändert hat: Damals konnten viele Befragte den Nutzen noch gar nicht einschätzen oder rechneten mit einem verschwindend geringen Umsatzbeitrag. Heute ist diese Gruppe nahezu verschwunden und Nachhaltigkeit gilt klar als Quelle von Mehrwert und nicht mehr nur als Kostenfaktor.
Die Umsetzung bleibt jedoch schwierig. 41 % der Unternehmen geben an, hinter ihren Nachhaltigkeitszielen zurückzubleiben. Die Spannung liegt nicht mehr zwischen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit, sondern zwischen Anspruch und Umsetzung. Taktgeber nutzen Technologie als Hebel. Sie setzen deutlich häufiger KI für Nachhaltigkeitsinitiativen ein und investieren stärker in Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Kreislaufwirtschaft. 92 % von ihnen sehen ihre Wettbewerbsposition durch Nachhaltigkeit gestärkt, im Durchschnitt sind es 64 %.

Auch in ihrer Haltung liegen Taktgeber vorn. 94 % sehen in Nachhaltigkeit einen langfristigen Geschäftsvorteil, ebenso viele berichten von einer starken internen Motivation, ihre Ziele zu erreichen. Nur bei der Abfallreduzierung liegen beide Gruppen nahezu gleichauf. Gerade die Taktgeber berichten häufiger, hinter ihren Zielen zurückzubleiben. Das ist kein Widerspruch, sondern Folge höherer Ansprüche. Nachhaltigkeit ist für sie kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess besserer Entscheidungen.
4. Konvergenz: Der Blick über die eigene Branche hinaus
Neu im Fokus des Reports steht die Konvergenz: die Fähigkeit, Daten, Prozesse, Technologien und Fachwissen über den gesamten Design-Make-Operate-Lebenszyklus und über Branchengrenzen hinweg zu verbinden. Sie ersetzt weder Digitalisierung noch KI oder Nachhaltigkeit, sondern bündelt sie zu einem stärkeren Betriebsmodell.
Produkte werden vernetzter, Projekte komplexer, und viele Probleme lassen sich nicht mehr innerhalb einer einzelnen Disziplin lösen. Wettbewerbsvorteile entstehen daher immer häufiger aus der Verknüpfung der richtigen Daten, Technologien, Kompetenzen und Arbeitsabläufe, und weniger aus der isolierten Optimierung einzelner Schritte. Drei von vier Unternehmen suchen inzwischen außerhalb der eigenen Branche nach Innovationsimpulsen, 68 % übernehmen digitale Prozesse und Tools aus anderen Branchen. Beide Werte sind gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Am häufigsten übernommen werden grafische Visualisierungsprogramme. 64 % der Unternehmen, die Methoden aus anderen Branchen nutzen, setzen sie ein. Es folgen Konzepte wie die digitale Fabrik, industrielles Bauen, digitale Zwillinge, räumliche Intelligenz und erweiterte Realität. Technologien, die für eine Branche entwickelt wurden, schaffen also zunehmend auch in anderen Sektoren Mehrwert, möglich gemacht durch Fortschritte bei KI, vernetzten Daten und Cloud-Plattformen.
Das zeigt sich auch in der Nutzung von Autodesk-Lösungen. Zwischen 2024 und 2025 stieg bei AEC-Kunden die Nutzung von Vault Professional um 29 % und von Inventor Professional um 28 %. Fertigungskunden nutzten Forma Build 88 % häufiger, M&E-Kunden die AEC Collection 14 % häufiger. Taktgeber erschließen deutlich häufiger neue Märkte und bringen öfter neue Produkte oder Services heraus. Dafür schaffen sie die passende Infrastruktur: 91 % verbinden ihre Systeme über APIs, im Durchschnitt sind es 60 %. Hinzu kommen dedizierte KI-Integrationsteams und klare Verantwortlichkeiten für interne Daten.
Resilienz durch Vernetzung: 68 % der Unternehmen diversifizieren ihre Lieferketten. Das sind drei Prozentpunkte mehr als 2025. Gleichzeitig ist die Sorge vor geopolitisch bedingten fragilen Lieferketten nach ihrem Höchststand 2025 wieder gesunken.

Der Report versteht Resilienz deshalb nicht nur als Fähigkeit, Störungen auszuhalten. Resilient ist, wer Informationen, Kompetenzen und Partner schon vor einer Krise miteinander verknüpft. Unternehmen, die Daten, Arbeitsabläufe, Teams und Fachwissen vernetzen, reagieren schneller auf veränderte Bedingungen und erkennen neue Geschäftschancen früher.

Einblicke von Branchenführern in die digitale Transformation!
Der Autodesk Report „State of Design & Make“ 2027 gibt Ihnen wertvolle Einblicke in aktuelle Trends und Innovationen der Fertigungs-, Architektur- und Bauindustrie. Erhalten Sie hier weiterführende Informationen zu den aktuellen Schwerpunkten.
Fazit: Erfolg durch kontinuierlichen Wandel
Der State of Design & Make Report 2027 zeichnet ein klares Bild: Die erfolgreichsten Unternehmen investieren nicht nur in neue Technologien, sondern bauen die organisatorischen Fähigkeiten auf, um sich laufend anzupassen. Digitale Transformation schafft die vernetzten Daten, KI hilft bei besseren Entscheidungen, Nachhaltigkeit wird zum Ergebnis kluger Entscheidungen und Konvergenz verbindet all das über Teams, Disziplinen und Branchen hinweg. Die Chance liegt nicht mehr in einer einmaligen Transformation, sondern darin, sich fortlaufend weiterzuentwickeln.
Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?
- Datenbasis schaffen: Vernetzte, verlässliche Daten sind die Voraussetzung für KI, Automatisierung und messbare Nachhaltigkeit.
- In Kompetenzen investieren: Der größte Engpass sind Know-how und Zeit, nicht die Software. Schulungen und KI-Grundwissen für das ganze Team zahlen sich aus.
- KI gezielt einsetzen: Starten Sie mit konkreten Anwendungsfällen in bestehenden Arbeitsabläufen statt mit isolierten Experimenten.
- Nachhaltigkeit messbar machen: Digitale Werkzeuge helfen, Kosten, Emissionen und Leistung gemeinsam zu bewerten.
- Über den Tellerrand schauen: Bewährte Methoden aus anderen Branchen – etwa industrielles Bauen oder Visualisierung – können neue Impulse liefern.
Wir unterstützen Sie dabei! Als Autodesk-Partner begleiten wir Sie auf diesem Weg, von der Lösungsauswahl über Implementierung und Schulung bis zur Optimierung Ihrer Prozesse.
Quelle aller Zahlen und Grafiken: Autodesk, State of Design & Make 2027.


