KI für Standortstruktur und mobile Informationsanfragen
KI-gestützte Raum- und Flächenerkennung für die Standortstruktur
Die auffälligste Neuerung betrifft die Einrichtung der Standortstruktur. Beim Anlegen von Standort-Polygonen im Viewer steht jetzt ein KI-Modus zur Verfügung, der Polygone automatisch erkennt. Statt jeden Bereich manuell zu zeichnen, prüfen Anwender die vorgeschlagenen Polygone und weisen sie den passenden LBS-Knoten (Location Breakdown Structure) zu.
Die Funktion ist als öffentliche Beta verfügbar. Gerade bei Projekten mit vielen Geschossen, Bauabschnitten oder Nutzungseinheiten kann das die Einrichtungszeit spürbar reduzieren und sorgt dafür, dass die Standortstruktur früher im Projekt sauber steht. Eine saubere LBS ist die Voraussetzung dafür, dass Aufgaben, Fotos, Formulare und Berichte später verlässlich verortet sind.
Mobile App: Sprachgesteuerte Informationsanfragen und mobile Prüfungen
Die zweite KI-Funktion des Releases steckt in der Mobile App. In Projekten mit aktivierten KI-Funktionen kann eine Informationsanfrage per gesprochenem Prompt angelegt werden. Die KI füllt die relevanten Felder im Erstellungsformular aus, die anschließend vor dem Absenden geprüft werden sollten.
Mobile Prüfungen direkt im Projekt
Darüber hinaus lassen sich Eingaben jetzt mobil überprüfen: Prüfantwort festlegen, Kommentare direkt am Gerät ergänzen und den Workflow fortsetzen, ohne in die Web-Version wechseln zu müssen. Zu beachten ist, dass das Prüfen und Hochladen von Anhängen weiterhin nur im Web unterstützt wird.
Übergabe, Vorlagen und Transfer standardisieren
Übergabepakete werden praxistauglicher
Für die Projektübergabe bringt das Release gleich mehrere Verbesserungen:
- Fotos lassen sich in Projekten mit der neuen Fotoumgebung direkt in ein Übergabepaket aufnehmen.
- Große Exporte werden in mehrere ZIP-Dateien aufgeteilt. Jede Datei enthält eine Anleitung, wie sich das vollständige Paket wiederherstellen lässt und wie lokale Verknüpfungen zwischen den exportierten PDF-Dateien erhalten bleiben.
- Projektadministratoren können einen Exportverlauf einsehen, herunterladen und diesen an externe Projektbeteiligte weitergeben.
Damit wird die Übergabe nachvollziehbarer. Ein Punkt, der bei der Dokumentationspflicht am Projektende regelmäßig unterschätzt wird. Ergänzend können sich Projektmitglieder jetzt in der Projektliste selbst aus Projekten entfernen.
Vorlagen und Transfer: Standards über Hubs hinweg nutzen
Ein Schwerpunkt des Releases liegt auf der Standardisierung. Projektvorlagen lassen sich über Transfer jetzt Hub-übergreifend weiterleiten. Firmenstandards können damit auch mit Teams geteilt werden, die in einem anderen Hub arbeiten.
Das Werkzeug „Pläne“ unterstützt zudem wiederholte projektübergreifende Weiterleitungen. Nach einer ersten Weiterleitung kann ein anderes Zielprojekt oder ein anderer Zielordner gewählt werden, während Auswahl, Titel und Nachricht erhalten bleiben. Fehler werden auf den Transfer-Detailseiten außerdem klarer beschrieben.

Einschränkung beim Transferzeitraum
Die Registerkarten Ausgehend und Eingehend zeigen standardmäßig die letzten 31 Tage. Der Zeitraum lässt sich verschieben, aber nicht über 31 Tage hinaus erweitern.
Erweitert wurden auch die Projektvorlagen selbst. Das Werkzeug „Fotos“ ist jetzt vorlagenfähig. Albumstruktur, Berechtigungen und Auto-Tag-Einstellungen werden automatisch auf neue Projekte übertragen. Ebenso lassen sich Überprüfungsvorlagen in Projektvorlagen aktivieren, sodass Prüfschritte einmal konfiguriert und danach konsistent ausgerollt werden.
Projektsteuerung und Bauausführung im Fokus
Neue Karten auf der Projekt-Startseite
Die Projekt-Startseite in Forma Build wird zur echten Einstiegsseite. Zwei neue Karten stehen zur Verfügung:
- Lesezeichen bündelt die Websites, Dateien und Werkzeuge, die im Projekt am häufigsten gebraucht werden.
- Mir zugewiesen zeigt produktübergreifend alle Elemente, die einem Anwender zugewiesen sind: Aufgaben, Informationsanfragen, Eingaben, Besprechungsaktionselemente, Überprüfungen und Formulare. Fälligkeitsdaten und Elemente mit hoher Priorität werden hervorgehoben.
Für Projektbeteiligte, die in mehreren Werkzeugen gleichzeitig arbeiten, entfällt damit das Durchklicken durch einzelne Modullisten.
Informationsanfragen und Korrespondenz gezielter steuern
Im RFI-Workflow gibt es jetzt optionale Prüfer. Sie können eine formelle Antwort übermitteln, blockieren den Fortschritt des Arbeitsablaufs aber nicht. Das bisherige Feld „Co-Prüfer“ wurde entsprechend in „Optionaler Prüfer“ umbenannt und unterstützt nun vollständige Antworten.
Ergänzend lassen sich Filteransichten in Informationsanfragen speichern und wiederverwenden, etwa für offene Aktionen, laufende Prüfungen oder eigene Zuständigkeiten.
Bei der Korrespondenz wurden die Berechtigungen deutlich verfeinert. Projektadministratoren und Mitglieder mit der Berechtigung „Verwalten“ können die Ebenen „Anzeigen“, „Firmenansicht“, „Projektansicht“ und „Verwalten“ an Mitglieder, Rollen und Firmen vergeben. Sichtbarkeit und Erstellung lassen sich dabei nach Korrespondenztyp einschränken. Für Projekte mit mehreren Firmen ist das ein relevanter Schritt, weil vertrauliche Schriftverkehrstypen nicht mehr pauschal freigegeben werden müssen.
Aufgabentypen gezielt sichtbar schalten
Projektadministratoren können steuern, welche Aufgabentypen für bestimmte Mitglieder, Rollen oder Firmen sichtbar sind. Damit lassen sich vertrauliche Sachverhalte abschirmen, und Nachunternehmer sehen nur die Aufgabentypen, die sie tatsächlich betreffen. Gleichzeitig reduziert das die Unübersichtlichkeit in großen Aufgabenlisten.
Formulare, Pläne und Fotos in der Bauausführung
Im Field Management liegt der Schwerpunkt auf der täglichen Erfassung vor Ort.
Formulare per QR-Code starten
Formulare lassen sich jetzt per QR-Code starten: Teams generieren einen Code für eine Formularvorlage, verteilen ihn im Projekt und Mitglieder erstellen das Formular nach dem Scannen direkt in der Forma Mobile App. Zusätzlich gibt es gespeicherte Filteransichten und eine Kalenderansicht, die Formulare nach Formular- oder Fälligkeitsdatum ordnet.
Pläne und Fotomanagement effizienter nutzen
Pläne unterstützen eine projektweite Hyperlink-Einstellung. Ist sie aktiviert, werden Plannummernbeschriftungen automatisch in Hyperlinks umgewandelt, sobald sie der Plannummer eines anderen Plans im Projekt entsprechen. Das erspart das manuelle Verknüpfen ganzer Plansammlungen.
Neu ist außerdem die Einstellung „Publizieren Sie Markierungen vorgabemäßig in Plänen und Dateien“. Sie gilt für die Werkzeuge Pläne und Dateien gleichermaßen und ist standardmäßig deaktiviert. Markierungen werden also erst publiziert, wenn ein Mitglied mit der Berechtigung „Verwalten“ die Einstellung aktiviert. Markierungen von Mitgliedern ohne Publizierberechtigung bleiben davon unberührt.
Beim Fotomanagement greifen zwei Verbesserungen ineinander: Ein Foto, das als Referenz zu einem anderen Element hinzugefügt wird, übernimmt automatisch dessen Standort, sofern es selbst noch keinen hat. Mehrere Fotos lassen sich außerdem gebündelt bearbeiten, inklusive Beschreibung, Standort und Tags.
Bei den Spezifikationen können nicht zugewiesene Seiten im Publizier-Workflow schnell zugeordnet werden, sodass alle Seiten korrekt in Prüfung und Freigabe laufen.
Forma Data Management, Model Coordination und Tiefbau
Forma Data Management: Attribute, Markierungen und Suchgruppen
In Forma Data Management wurde an mehreren Stellen nachgeschärft:
- Große Dropdown-Listen: Ein neuer benutzerdefinierter Attributtyp nimmt bis zu 2.000 Werte auf. Gepflegt wird die Liste über eine XLSX-Vorlagendatei, die bearbeitet und importiert wird. Für Projekte mit umfangreichen Bauteil-, Gewerke- oder Raumkatalogen entfällt damit eine bisherige Grenze.
- Verfolgung von Markierungsversionen: Markierungen zeigen jetzt exakt die Dateiversion an, in der sie erstellt wurden. Änderungen bleiben dadurch zeitlich und versionsbezogen nachvollziehbar.
- Fangen von Linien auf Mobilgeräten: Bei Kalibrierungs- und Messmarkierungen kann auf mobilen Geräten jetzt Geometrie gefangen werden. Das macht Messungen vor Ort deutlich zuverlässiger.
Bei den Überprüfungen enthalten Liste und Bericht neu die Angabe „Genehmigt von“. Ergänzend stehen drei neue Einstellungen für Genehmigungsabläufe bereit: Genehmiger dürfen Genehmigerkandidaten ändern, Initiatoren dürfen den Namen einer abgeschlossenen Überprüfung anpassen, und Initiatoren dürfen Aufgaben überprüfen, wenn sie selbst Überprüfungs- oder Genehmigerkandidat sind.
Deutlich weiterentwickelt wurden die Suchgruppen. Über die einfachen und erweiterten Filter im Viewer, in Forma Data Management wie in Forma Build, lassen sich Abfragen auf Basis von Modelleigenschaften erstellen und als Suchgruppe speichern. Diese Suchgruppen sind anschließend in verschiedenen Arbeitsabläufen nutzbar und können aus anderen Projekten importiert werden. Für Unternehmen mit wiederkehrenden Prüfroutinen ist das ein echter Standardisierungshebel.

Model Coordination und Tiefbau-Werkzeuge
In der Koordination lassen sich Kollisionen jetzt individueller darstellen. Neue Anzeigesteuerelemente regeln automatische Schnitterstellung, Zoomverhalten, Elementisolierung und Auswahlmodus. Die Voreinstellungen werden pro Projektmitglied gespeichert und bleiben über Sitzungen hinweg erhalten.
Zusätzlich können im Feld „Auswahl A“ mehrere Modelle gewählt werden. Jedes davon wird als primäres Modell für die Kollisionsprüfung und die im Kollisionsraster angezeigten Gruppen behandelt. Das vereinfacht Prüfläufe, bei denen mehrere Fachmodelle gemeinsam gegen einen Bestand oder ein Umfeld geprüft werden.

Direktere Auswahl der Achsgeometrie
Für Infrastrukturprojekte besonders interessant: Die Tiefbau-Werkzeuge haben einen dedizierten Auswahlmodus erhalten. Die Achsgeometrie kann jetzt direkt im Ansichtsbereich aus dem Modell gewählt werden. Ist der Modus aktiv, werden relevante Geometrien hervorgehoben und andere Werkzeuge vorübergehend deaktiviert. Der Einstieg in den Überprüfungsablauf wird damit spürbar direkter. Die bisherige Auswahl über die Gruppen-Dropdown-Liste bleibt unverändert erhalten.
Im Viewer wurde außerdem das Transparenz-Rendering verbessert. Glas, Fenster und Luftkanäle werden beim Navigieren gleichmäßiger dargestellt. Wichtig zu wissen: Dafür gibt es keine Viewer-Einstellung, die Verbesserung wird automatisch angewendet.

Fazit: Standardisierung und Berechtigungen rücken in den Mittelpunkt
Das Autodesk Forma Juli-Release 2026 folgt einer klaren Linie: Was einmal richtig konfiguriert ist, soll sich wiederverwenden lassen, über Projekte und inzwischen auch über Hubs hinweg. Fotos, Überprüfungen und Prüfabfragen werden vorlagen- beziehungsweise importfähig, Transfer wird wiederholbar und Suchgruppen lassen sich projektübergreifend nutzen.
Der zweite rote Faden ist die feinere Steuerung von Sichtbarkeit und Berechtigungen. Korrespondenztypen, Aufgabentypen und das Publizieren von Markierungen lassen sich jetzt gezielt freigeben, statt pauschal. Für Projekte mit vielen Beteiligten ist das ein Gewinn an Kontrolle.
Hinzu kommen die KI-Funktionen: die Raum- und Flächenerkennung sowie die sprachgesteuerte Erstellung von Informationsanfragen. Sie befinden sich noch in einer frühen Phase, setzen aber genau dort an, wo bisher viel manuelle Zeit gebunden war.
Autodesk Forma im Projektalltag einsetzen
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Bildquelle: Autodesk



