Wer sich vor Jahren bereits mit „Gemeinsam genutzten Parametern“ in der Revit®-Welt beschäftigt hatte, kam an der „GGP-Datei“ nicht vorbei. Und in einem kollaborativen Closed-BIM-Umfeld wurde dabei auch schnell der Bedarf hinsichtlich einer gemeinsamen Datenbasis mit geregelten Zugriffen deutlich.
Wer das versäumte, musste sich schnell mit unkontrollierten Datenwildwuchs einschl. verschiedener GGP-Dateien mit inkonsistenten Parameterbezeichnungen und generell fehlender bzw. unterschiedlichster Standards herumschlagen.
Mit dem Autodesk® Parameterdienst hielt im Zuge von Revit 2023 erstmalig eine cloudbasierte Parameterverwaltung in die Revit-Welt Einzug, welche damit seither einen Paradigmenwechsel bietet, aber dennoch vielen Revit-Usern nicht bekannt ist.
Die Vorteile dabei liegen dabei klar in…
- der zentralen, skalierbaren und cloudbasierten Parameterverwaltung
- dem nicht mehr nötigen, manuellen Verteilen oder Versionieren von Dateien
- der Möglichkeit der übersichtlichen und einheitlichen Benennung von Datentypen
- der besseren Kontrolle über Standards
- der besseren Übersicht durch Tagging und Filter
- dem, dass Änderungen für alle Projektbeteiligten gleichermaßen wirksam werden
- der Reduzierung der Fehlerquellen durch die direkte und globale Auswahl der Parameter
- dem Handling mehrerer Parameter gleichzeitig
Aktiviert wird der Parameterdienst firmenbezogen in dem jeweiligen „Hub“ des Forma Data Managements.

Worüber letztlich Parameter und Parameter-Sammlungen definiert und bearbeitet werden können. Diese Integration schafft somit auch die Basis für die gewünschte Zugriffskontrolle.

Neu ist dabei auch, dass nun die Möglichkeit der Parameter-Erstellung außerhalb Revit´s gegeben ist, welche dafür wiederum bereitstehen. Zu welchem Grad diese vordefiniert werden, entscheidet u. a. der Ersteller. Selbstverständlich ist auch die Migration bestehender Parameterdateien möglich.

Nicht zuletzt ist auch noch die Funktion des „Labelns“, und dem damit verbundenen Zuordnens der Parameter nach eigenem System zu erwähnen. Es bietet neben der ohnehin bereits möglichen Strukturierung durch Sammlungen, noch eine wichtige Erweiterung zur eigenen Parameterstruktur.
In diesem Zusammenhang fungiert Revit selbst noch als „Client“, und bietet den direkten Weg zu den Parametern über die integrierte Funktion des „Parameterdienstes“, welcher in diesem Sinne auch noch Grundlage für Parameter anderer, weiterer Systeme wie IFC, Data Exchange usw. bietet.

Hinweis: Der Parameter-Dienst ist bereits in der Revit-„Standalone“-Version ab 2026 enthalten.
Quelle: www.autodesk.com / https://aps.autodesk.com/autodesk-parameters-service
Die Autodesk „Single Source of Truth“ für den BIM-Content – der Content Catalog im Praxischeck
Der Autodesk Content Catalog ist eine cloudbasierte Lösung, zur strukturierten Bereitstellung und Verwaltung von BIM-Inhalten – allen voran Revit-Dateien oder -Familien, aber auch DWGs/DXFs für AutoCAD und Civil 3D.
Die Anbindung erfolgt hierzu mit einer jeweiligen Integration, welche über den App-Store installiert werden kann. Auch zu Rhino können 3DM, 3DS und OBJ-Dateien über den Content Catalog direkt eingefügt werden. Darüber hinaus ist die Ablage und der entsprechende Download nach Bedarf für die meisten gängigen (nicht sicherheitsrelevanten) Dateien möglich.
Das Grundgerüst bietet dazu wieder einmal das Forma Data Management (vormals „Docs“) als Organisationsstruktur. Durch diese Integration ist der Bezug der Projektbeteiligten von jeglichen Projektdaten sehr komfortabel und übersichtlich regelbar. Was als Content gewünscht wird, kann von Projekt zu Projekt jederzeit verwendet werden.

Um dabei auch nicht immer „Erbsenzählen“ zu müssen, ist die Auswahl stets mit eigens definierbaren Content-Sammlungen und Benutzergruppen zu optimieren.
Der Content, der für Revit unterstützt wird, geht inzwischen weit über ladbare Familien oder Projekte hinaus. Neben der Möglichkeit jetzt Systemfamilien bzw. deren Typen aus Revit-Projekten hochzuladen zu können, sind nun auch Materialien (noch mit Ausnahme der Texturen), Listen, Detail- bzw. Zeichenansichten oder Pläne übertragbar. Das Handling ist dabei immer denkbar einfach: über Drag & Drop, Hochladeoptionen für Einzeldateien oder via Auswahl des Projektinhalts.

Ein großes Problem bestand bisher auch noch dazu für viele BIM-Manager oder Content-Verantwortliche: Die Versionierung der Revit-Familien. Diese Thematik erledigt der Content Catalog eigenständig. Die deutlich sichtbare Ausgangslage einer Datei (bspw. aus dem Jahr 2021) wird automatisch immer in alle verfügbaren Versionen hochskaliert. Was die jährliche manuelle Arbeit auch wiederum deutlich reduziert.

Wem der bisherige Content dann noch zu unvollständig erscheint, kann sich auch sogenannte „Kanäle“ abonnieren, die z. B. auch den Autodesk-Content darüber verfügbar machen.

Weiterführend ist unter vielen geplanten Weiterentwicklungen beispielsweise auch angekündigt, dass sich künftig wohl im Content Catalog für Revit, in Inventor erzeugte Produkte via „Informed Design“ direkt bereitstellen lassen.
Für das Platzieren der Elemente aus dem Content Catalog stehen auch umfangreiche Filter und Suchfunktionen zur Verfügung, die neben den regulären Content-Eigenschaften auch ein „Tagging“ ermöglichen und eine Auswahl somit noch weiter beschleunigen oder spezifizieren.

Auch der Content Catalog ist ab 2026 in jedem Revit enthalten und kann von manage.autodesk.com installiert werden.
Quelle: https://www.autodesk.com/products/autodesk-docs/features/content-catalog
Fazit:
Für einen soliden Content ist mittlerweile ein Team aus zwei (und mehr) Autodesk-Tools entstanden, welche im BIM-Gedanken hervorragende Bereitstellungsarbeit leisten. Folgt man darüber hinaus noch der Roadmap, ist die Reise von Autodesk auch hinsichtlich Interoperabilität noch lange nicht zu Ende.





