Maintenance to Subscription – kaufmännische Planungssicherheit bis 2028

12. Juli 2018 AEC/BIM Mechanik

Seit März 2017 hat Autodesk für Kunden mit einer Kauflizenz und bestehendem Wartungsvertrag (Maintenance) die Möglichkeit des Wechsels in das Mietmodell (Subscription) aufgezeigt. Diese Wechselmöglichkeit wird als Maintenance to Subscription (M2S) bezeichnet.

Vorteile von Maintenance to Subscripion (M2S)

Obwohl der Lizenzumfang der Einzelprodukte im Vergleich zum Maintenance-Lizenzmodell identisch bleibt, bietet M2S einige Vorteile. Zusätzliche Leistungen aus Updates werden in Zukunft teilweise ausschließlich für Kunden des Mietmodells (Subscription) angeboten. Hat man sich für M2S entschieden, so erhält man diese Updates automatisch. Beispielsweise wurden die Funktionsumfänge von AutoCAD in der Version 2019 um viele vertikale Funktionsbereiche erweitert. Allerdings erhalten nur Subscription-Kunden diese Funktionsumfänge des neuen AutoCAD including specialized toolset. Maintenance-Kunden behalten den Funktionsumfang, den sie ursprünglich gekauft haben.

Vor allem ist der M2S-Wechsel preislich attraktiv. Mit dem Umstieg wird der Preis für 3 Jahre fixiert, während im Maintenance-Lizenzmodell bereits Preissteigerungen von 10 % in diesem Jahr und 20 % im nächsten Jahr angekündigt sind. Da seit letztem Frühjahr keine mehrjährige Maintenance-Verlängerung mehr möglich ist, kann man als Maintenance-Kunde diesen Preisanstieg nicht umgehen.

Gretchenfrage der M2S-Preisentwicklung – Was passiert nach Jahr 3?

Für den M2S-Wechsel gibt Autodesk eine 3-jährige Preisgarantie. Darüber hinaus gab es bislang die Information, dass in der Folge M2S-Kunden einen dauerhaft reduzierten Preis für zukünftige Verlängerungen bekommen. Der M2S-Preis sollte damit immer signifikant unter dem Preis für eine neue Mietlizenz liegen. Dies ist nachvollziehbar, da der Kunde im Zuge von M2S seine bestehende Kauflizenz eingetauscht hat.

Vielen Kunden ist die Zukunft nach Jahr 3 des M2S-Wechsel bislang zu unsicher. Man befürchtet, dass deutliche Preissteigerungen in der Zukunft den Wechsel unrentabel machen. Autodesk hat hierauf reagiert und einen Preisausblick für die kommenden 10 Jahre gegeben. Konkret hat Autodesk veröffentlicht, dass ab 2021 der Preis für M2S-Kunden (nach den 3 Jahren der Preisbindung) alle 2 Jahre um maximal 5 % steigt. Damit kommt es in den Jahren 2021, 2023, 2025 und 2027 jeweils zu einer Preiserhöhung von maximal 5 %. In den Jahren 2022, 2024, 2026, 2028 wird es keine Preiserhöhungen geben. Die Preisrichtlinie gilt konkret nur für M2S. Bemerkenswert: Kunden haben beim Wechsel auf M2S bis zum Jahr 2028 Planungssicherheit.

Vergleichsrechnung M2S vs. Maintenance vs. Neumiete

Die spannende Frage für Kunden lautet nun, lohnt sich der M2S-Wechsel kaufmännisch? Wir haben 3 Optionen miteinander verglichen

  1. M2S-Wechsel vor Mai 2019 mit den angekündigten Preissteigerungen ab 2021
  2. Maintenance Verlängerung mit den angekündigten Preissteigerungen bis 2019 und der Annahme, einer parallelen Preisentwicklung zu M2S ab 2021
  3. Neue Mietlizenz mit der Annahme von stabilen Preisen bis 2021 und einer parallelen Preisentwicklung zu M2S ab 2021

In allen Fallkonstellationen ist der M2S-Wechsel für Kunden die günstigste Option. Über den Horizont von 10 Jahren sparen Kunden zwischen 20 % (Beispiel AutoCAD) und 50 % (Beispiel Inventor Professional) der Lizenzkosten im Vergleich zur Maintenance-Verlängerung. Dabei ist die M2S-Option in allen Beispielen in jedem einzelnen Jahr günstiger als das Maintenance-Modell. Die grafischen Rechenbeispiele für AutoCAD, Revit, Inventor Professional und die Infrastructure / Building und Product Design Suiten am Ende des Artikels verdeutlichen dies. Insgesamt könnten die Preisvorteile in den kommenden Jahren für M2S noch deutlich höher ausfallen, da Autodesk in 2018 und 2019 die Preise für Maintenance am stärksten angezogen hat. Dementsprechend sind die von uns berechneten Kostenvorteile eher noch konservativ.

Ebenso blicken wir auf das Versprechen von Autodesk „dauerhaft einen reduzierten Preis für M2S-Verlängerungen anzubieten.“  In der Summe der Lizenzkosten von 2018 bis 2029 ist die Miete einer neuen Lizenz zwischen 76 % (Beispiel Infrastructure / Building Design Suite) bis zu 148 % (Beispiel Revit) teurer als der M2S-Wechsel. Auch hier liegen die Kosten für M2S in jedem einzelnen Jahr deutlich unter dem Preis der Neumiete. Aufgrund der Höhe der Unterschiede kann man von einem dauerhaft reduzierten Preis sprechen – Autodesk hat sein Wort an dieser Stelle gehalten.

Rechenbeispiele

M2S: Rechenbeispiel AutoCAD

M2S: Rechenbeispiel AutoCAD

Rechenbeispiel Einsparungen mit M2S bei Revit

Rechenbeispiel Einsparungen mit M2S bei Revit

Rechenbeispiel Einsparungen mit M2S bei Inventor Professional

Rechenbeispiel Einsparungen mit M2S bei Inventor Professional

Rechenbeispiel Einsparungen mit M2S bei AEC Collection

Rechenbeispiel Einsparungen mit M2S bei AEC Collection

Einsparungen mit M2S am Rechenbeispiel der PDM Collection

Einsparungen mit M2S am Rechenbeispiel der PDM Collection

Endspurt im M2S-Programm

Update vom 30.08.2019: Mit dem Ende des M2S-Programms am 6. Mai 2020 ergibt sich für alle aktuellen Wartungsverlängerungen die letzte Gelegenheit, mit diesem Programm kostengünstig auf ein Autodesk-Abonnement umzusteigen.

 


5 Kommentare


Kurt Deli sagt:

Guten Tag,

vielleicht ein wenig naiv von mir, ich bin Privatperson und könnte mir vorstellen eine alte Lizenz zu kaufen. Wie verhält es sich mit den alten dauerhaften Lizenzen wie z.B. Inventor 2017? Die könnte man doch noch heute nutzen ohne ein Abo Modell bei Autodesk einzugehen. Wäre das nicht auch ein Weg für Unternehmen?

Grüße

K. D.

Béla Thalmann sagt:

Guten Tag Herr Deli,
leider würden Sie damit gegen das Lizenzrecht der Autodesk verstoßen.
Sie müssen die Software nicht nur erwerben, sondern es muss auch die Seriennummer auf Sie registriert sein. Autodesk überträgt jedoch keine alten Seriennummern mehr, wenn diese keine aktiven Wartungsvertrag haben.

Es ist möglich diese Schritte zu ignorieren, jedoch bei überschreiten des Aktivierungslimits muss der Autodesk Support ins Boot und dieser wird hier fündig werden. Die vermeidliche günstige Inventor 2017 Lizenz kann so am Enden sehr sehr teuer werden.

Wie wäre es mit Fusion 360, von den Kosten ist es sehr überschaubar und für den private Bereich alles bietet was man braucht.

Mit freundlichen Grüßen
Béla Thalmann

Strack sagt:

Sehr geehrter Herr Thalmann,

man mag es doch drehen und wenden wie man will – es geht hier um maximale Gewinnabschöpfung und sicherlich nicht um Kundendienst, im Sinne von „dem Kunden dienen“. Als Kunde fühle ich mich bei der Firma Autodesk überhaupt nicht mehr wahrgenommen. Wie verhält es sich denn mit den bei Firmengründung getätigten, hohen Anfangsinvestitionen? Dieses Betriebskapital ist mit einem mal nichts mehr wert und wird gegen ein fragwürdiges Mietmodell eingetauscht. Und diese ständigen Preissteigerungen empfinde ich als massive Repression um mich endlich aus dem Kauf-und Wartungsmodell rauszukicken. Geht man so mit seinen Kunden um? Vielleicht eine Zeit lang…

Mit freundlichen Grüßen

M. Strack

Uwe Schmidtmann sagt:

Sehr geehrte Damen und Herren,
danke für diese Darstellung, mich ärgert diese vorgehensweise von Autodesk maßlos.
Wir kauften REVIT komplett 2014, 6 Lizenzen für über 50.000,00€!!!
Mit Wartungsvertrag!!!
Und nun sowas.
Am Liebsten würde ich keine Updates und nichts mehr mit Autodesk machen wollen, diese Software mit Stand 2019 einfach noch 4-5 Jahre nutzen und dann vielleicht zu einer anderen Software wechseln. Natürlich verpassen wir Updates, aber was solls. Arbeitsfähig sind wir auch so! Es bleibt doch nicht immer ein Boom, die ersten Zeichen einer abflauenden Konjunktur sind sichtbar und steigende Zinsen kommen. Und dann kann man vielleicht nicht mehr die Software-Miete zahlen, da die Honorare mickrig werden, und die HOAI wird vielleicht im kommenden Jahr abgeschafft. Eine Investition in den Sand gesetzt zu haben, ist wirklich bitter! Gruß Uwe Schmidtmann Berlin

Béla Thalmann sagt:

Sehr geehrter Herr Schmidtmann,
vielen Dank für Ihr Kommentar zu unserem Beitrag.
Sicher ist es eine große Veränderung, wenn man von einer Kauflizenz auf eine Mietlizenz umsteigt. Im Gegenzug erhalten Sie von Autodesk eine Preisgarantie für die nächsten 10 Jahre und damit für ein Unternehmen eine sehr hohe Planungssicherheit. Ebenso liegen Sie mit Ihrem Mietpreis weit unter dem, wenn man neue Lizenzen anschaffen würde.
Ein Ausstieg ist aus meiner Sicht der schlechteste Weg, klar man würde vielleicht dieses oder ein zweites Jahr Geld sparen, kommt jedoch der Punkt für eine Veränderung am Mark oder auch nur an der Hardware, so ist der Invenst um vieles teurer. Autodesk bieten seinen Kunden aber auch weiterhin das Recht an seiner Kauflizenz festzuhalten, wenn auch hier der Wartungspreis höher liegt. Ein Mehrwert der nur mehr kostet.

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