Cloud unterstützt die Konstruktion

19. Juli 2017 Mechanik

In meinem heutigen Blogbeitrag möchte ich mich dem Thema Cloud in der Konstruktion zuwenden. Cloud bedeutet übersetzt Wolke und stellt im Bereich IT eine Plattform dar, die sich nicht auf den jeweiligen lokalen Rechnern oder auch Servern im Unternehmen befindet. Über sogenanntes Cloud Computing werden einem zusätzliche Ressourcen in Form von Speicherplatz, Rechnerleistung oder ganzer Anwendersoftware zur Verfügung gestellt.

Die Cloud in der Konstruktion

Cloud in der Konstruktion unterscheidet sich dabei von Anwendungen aus dem Freizeitumfeld, wie dem allgegenwärtigen Facebook, wo man in Form einer Bedienoberfläche alle seine Daten (Fotos, Videos, Texte und persönliche Informationen) mit der ganzen Welt teilt und entscheiden muss, was man alles nicht preisgeben will. Unabhängig davon nutzt der Betreiber einer solchen „Serviceplattform“ die hier gewonnenen Daten aus Auswertungen, um diese gewinnbringend seinen Kunden zur Verfügung zu stellen.

Das Thema Cloud in der Konstruktion unterscheidet sich hier sehr gravierend und stellt einen abgeschotteten Bereich dar, zu dem nur Personen Zutritt haben, denen ich hierzu den Weg freigegeben habe. Sehr gut lässt sich das mit dem Onlinebanking vergleichen, welches heute so gut wie jeder von uns nutzt. Von mobilen oder stationären Endgeräten habe nur ich einen Zugang zu meinem Vermögen und Daten. Die Bank gibt meine Daten nicht an Dritte weiter.

Welche Arten von Cloud in der Konstruktion kann man unterscheiden?

a) Die eigentliche Softwareanwendung läuft lokal auf meinem Computer, nutzt dabei die Cloud als Speicher, Hardware-Erweiterung und Verwaltungsinstrument.
b) Vollständig auf der Cloud basierende Konstruktionssoftware. Die genutzte Software wird über den Internetbrowser gestartet und bedient.
c) Über virtuelle Desktops erhält man das Abbild eines üblichen PC-Arbeitsplatzes. Dieser kann neben der CAD-Anwendung auch alle anderen PC-Anwendungen bereitstellen.

Wo liegen die wesentlichen Unterschiede?
Möglichkeit a) bietet mir den Vorteil, auch bei einer temporär nicht verfügbaren Internetverbindung mit meiner Software zu arbeiten. Begrenzungen durch meine Hardware werden minimiert, da rechenintensive Prozesse ausgelagert sind und eine parallele Bearbeitung möglich ist.
Die Möglichkeiten b) und c) benötigen zur Arbeit eine permanente Verbindung zum Internet, sind jedoch bei der Hardware völlig unbeschränkt.
Unterschiede-Cloud-in-der-Konstruktion

Die Unterschiede der Cloud-Technologien

Welche Vorteile hat eine Cloud in der Konstruktion?

Ist eine Aufgabe definiert, welches Produkt entwickelt oder vielleicht auch nur optimiert werden muss, beginnt man mit dem Modellieren erster Ideen. Ideen schließen Änderungen sehr oft nicht aus und sind das Ergebnis der Zusammenarbeit von mehreren Personen. Um gewonnene Erkenntnisse schnell einfließen lassen zu können, ist es von Vorteil, Feedback von anderen ohne Medienunterbrechung und schnell zurück zu erhalten. Bei vielen Ideen und Änderungen ist es oft schwierig den Verlauf zu dokumentieren und stets zu wissen, wann man welche Änderung und warum gemacht hat.
Cloud kann bei der Vernetzung der einzelnen Teams unterstützen, man kann hier über wenige Klicks sein Team weltweit vernetzen. Ebenso ist es ein leichtes, die Dokumentation sowie den Ideenfluss für alle im Team aufzuzeigen. Es spielt dabei keine Rolle, ob es die eingescannte Handskizze, ein Office-Dokument, PDF-Dokumente oder Konstruktionsdateien sind.

Ein gutes Produkt ist nicht nur im Design ansprechend, nein es ist auch nachhaltig und Ressourcen schonend. So etwas erreicht man durch entsprechende Simulationen.

Kann ich an meinem Produkt Material einsparen und es in der Form optimieren? Spare ich damit später Energie? Ist es im Handling für den Kunden leichter oder spart es Rohstoffe in der Fertigung? Kann ich erste Prototypen bereits in Festigkeit und Stabilität optimieren und kann mir hier einen Vorteil in der Entwicklung sichern, ohne für jede Idee reale Modell zu erstellen?
Cloud in der Konstruktion bietet hier den Vorteil, rechenintensive Prozesse, die die Hardware auslasten, auszulagern und verschafft mir als Konstrukteur Luft und so die Möglichkeit, an meiner Konstruktion oder einem anderen Teil parallel weiter zu arbeiten.

Neben Simulationen erfordern auch hochauflösende Bilder, sogenannte Renderings, eine Hochleistung von der eingesetzten Hardware. Genau wie bei einer Simulation spielt auch hier die Cloud in der Konstruktion ihre Vorteile voll aus. Während ich Bilder zum Beispiel für das Marketing erstelle, kann ich ohne Unterbrechung an anderen Konstruktionen weiterarbeiten.

Verbesserte Zusammenarbeit mit der Cloud

Zunehmend ist es wichtig, nicht nur intern besser vernetzt zu sein, auch meine Kunden wollen stärker in Projekte eingebunden werden. Mir gelingt es so auch auf Kundenfeedback schnell zu reagieren und die Gewissheit zu haben, den Kundenwunsch perfekt umsetzen zu können. Genauso kann ich die geschaffene Plattform zum Austausch von großen Datenmengen nutzen und muss nicht über unsichere E-Mails kommunizieren.
Future-of-Making-thing

Realität: Moderne Zusammenarbeit per Cloud


Zum Ende vielleicht noch ein kleiner Blick auf ein Bild, wie man eine Produktentwicklung in einem Bild darstellen könnte. Ein Prozess, der überschaubar, aber im Detail sehr komplex sein kann. Cloud in der Konstruktion allein entwickelt und erschafft keine neuen Produkte, kann mich aber auf dem Weg zum Ergebnis schneller und günstiger machen.

Ein Tool wie Fusion 360 kann bei den zukünftigen Herausforderungen unterstützen. Einen ersten Überblick zu Fusion 360 zeigen wir in unserer Webcast-Aufzeichnung.


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