Kollisionskontrolle mit Navisworks – Serie Collaboration Teil 2

5. September 2017 AUTODESK AEC/BIM

Im heutigen zweiten Teil unserer Blogserie zum Thema Collaboration möchte ich Ihnen näher erklären, wie Sie mithilfe von Autodesk Navisworks eine Kollisionskontrolle durchführen können und welche Vorteile Sie damit gegenüber anderen Kollisionsprüfungen haben.

In meinem letzten Beitrag haben wir uns bereits mit dem Thema Kollisionskontrolle in Revit auseinandergesetzt. Was aber mache ich als Planer, wenn nur mein Architekturmodell in dieser Software existiert und die Fachplanungen in anderen Programmen erstellt werden?

Kollisionskontrolle verschiedener Modelltypen

In Navisworks habe ich die Möglichkeit, nicht nur mein Revit-Modell einzuladen, sondern auch die 3D-Planung aus anderen Programmen und so gegeneinander die Kollisionen zu prüfen. So könnte das Architekturmodell beispielsweise in Autodesk Revit erstellt sein und das Haustechnikmodell in AutoCAD MEP. Oder das Architekturmodell wurde in ArchiCAD erstellt und die Haustechnik in Revit MEP. Für all diese Möglichkeiten bietet sich die Kollisionskontrolle mit Navisworks an. Natürlich ist es auch möglich, Modelle zu prüfen, die ausschließlich aus einem anderen Programm kommen.

Da der Fokus dieses Blogbeitrages auf dem Thema Kollisionskontrolle liegt, gehe ich auf die Erstellung der Modelle und den genauen Weg der Zusammenführung von unterschiedlichen Daten in Navisworks hier nicht näher ein.

Durchführung der Kollisionskontrolle

Hat man als Planer die Vorabeit geleistet und die verschiedenen Modelle in Navisworks zusammengeführt, kann man sich an die Kollisionskontrolle machen. Dazu können Sie im Navisworks auf das Flyout „Clash Detection“ gehen. Um in dem Dialogfeld, welches dadurch erscheint, übersichtlich arbeiten zu können, empfiehlt es sich, das Flyout von der Seite zu lösen und als eigenständiges Fenster zu benutzen.

Testerstellung bei der Kollisionskontrolle mit Navisworks

Zuerst müssen Sie als Planer einen Test erstellen. In einem Test kann man als Anwender immer eine bestimmte Art von Kollision prüfen lassen. Beispielsweise kann ich testen, ob es Luftkanäle gibt, die mit Wänden eine Kollision verursachen.

Gleichzeitige Überwachung verschiedener Kollisionsarten

Die Möglichkeit, in Navisworks auch mehrere Tests anzulegen, die verschiedene Kollisionsarten gleichzeitig überwachen, ist einer der Vorteile gegenüber der Kollisionskontrolle in Revit. Dort muss ich als Planer jede Art von Kollision manuell nacheinander prüfen. In Navisworks mache ich einfach mehrere Tests dafür.

Auswahl von Bauteilen bei der Kollisionskontrolle
Im Bild rechts können Sie unter 1 sehen, wie es aussehen würde, wenn Sie als Planer mehrere Tests in Ihrem Modell machen. Unter 2 können Sie erkennen, welche Kategorien ich gegeneinander getestet habe. Und unter 3 sehen Sie, welche Einstellungen ich für meinen Test gemacht habe.

Auswahl von Bauteilen

Auch in diesem Fenster gibt es wieder zwei Vorteile gegenüber der Kollisionskontrolle in Revit: In Navisworks kann ich erstens die Bauteile genauer auswählen und zweitens habe ich die Möglichkeit einzustellen, ab wann Navisworks eine Kollision feststellen soll.

Für Sie als Planer heißt das konkret, dass Sie nicht nur prüfen können, ob Luftkanäle mit Wänden kollidieren. Sie können genau prüfen ob bspw. nur die Luftkanäle, die außen herum eine Isolierung von 60 mm haben, mit einer Stahlbetonwand kollidieren.

Isolierte Darstellung von Kollisionen

Haben Sie einen solchen Test ausgeführt, können Sie sich jede Kollision genau ansehen. Ein weiterer Vorteil von Navisworks gegenüber anderen Programmen ist, dass jede Kollision in zwei Farben Ihrer Wahl eingefärbt und so isoliert wird, dass der Rest des Gebäudes nur noch schwach als Drahtmodell dargestellt wird. Dadurch wird die Kontrolle einer Kollision deutlich einfacher.

Farbige Darstellung von Kollisionen

Nachverfolgung der Kollisionen

Als letzten Vorteil haben wir die Nachverfolgung der Kollisionen. In Navisworks werden alle Kollisionen, die einmal erkannt wurden, bei jedem neuen Test nicht als neue Kollisionen erkannt, sondern als immer noch bestehende bzw. aktive weitergeführt.

Im nachfolgenden Bild können Sie sehen, dass es fünf Zustände gibt, die eine Kollision haben kann. Anhand des aufgeklappten Dropdown-Feldes können Sie ebenfalls erkennen, dass Sie es als Planer selbst in der Hand haben, welchen Status eine Kollision hat.

Darstellung des Kollisionsstatus

Fiktive Kollisionen

Durch die Möglichkeit, einer Kollision selbst einen Status zu geben, lassen sich fiktive Kollisionen auf „genehmigt“ setzen. Nun wird sich der ein oder andere Planer unter Ihnen wahrscheinlich fragen: „Was ist eine fiktive Kollision?“. Dies wäre der Fall, wenn Revit eine Kollision zwischen einem neu geplanten Rohr und einer Abbruchwand meldet. Da die Wand in der Bauphase ja abgebrochen wird, ist dort mit dem Rohr keine tatsächliche Kollision vorhanden. Für Navisworks ist das aber kein Problem. Hier wird die entsprechende Kollision einfach manuell auf „genehmigt“ gesetzt.

Wie Sie sehen, gibt es zwischen Revit und Navisworks einige Unterschiede, was das Thema Kollisionskontrolle angeht. Ich hoffe, ich konnte mit diesem Beitrag einen kleinen Einblick in die Kollisionskontrolle mit Navisworks geben. Sollten Sie dazu noch genauere Informationen benötigen, stehen wir Ihnen natürlich gerne jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Oder sind Sie noch unentschlossen? Dann verpassen Sie nicht unseren nächsten Beitrag zum Thema IFC Austausch.

In unserem Youtube-Video erhalten Sie einen Einblick zu den Möglichkeiten der Kollisionskontrolle mit Autodesk Navisworks Manage:


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